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Freitag, 07. Dezember 2018

Selofan

Vitrioli

Selofan – Vitrioli
Selofan – Vitrioli

Dass man von Selo­fan noch nie etwas gehört hat, ver­wun­dert einen, und ander­seits dann doch nicht. Die­ses Duo stammt aus Grie­chen­land und beackert ein Genre, wel­ches nicht gerade dafür sorgt, mas­sen­haft Likes zu gewin­nen. Es ist New Wave, genauer gesagt Cold Wave. Musik die für Men­schen eher unwirk­lich und sprich­wört­lich kühl ist, und wo sich eben Men­schen nicht beson­ders wohl füh­len. Doch sie könn­ten auch bekannt sein.

Das Debüt von Selo­fan trug den deut­schen Arbeits­ti­tel „Ver­bo­ten“, ein wei­te­res „Tris­tess“, dabei stam­men sie aus Athen. Fünf Jahre ver­öf­fent­li­chen sie nun schon Alben, und „Vitroli“ ist ihr sieb­tes, dafür ver­die­nen sie Respekt. Auch dafür, dass die Songs wun­der­bar wie aus dem Lehr­buch des Gen­res stam­men, muss man Dimitris Pav­li­dis und Joanna hul­di­gen. Die Beats und Arran­ge­ments sind meist eisig, der Gra­bes­ge­sang von Joanna unter­streicht das Fundament.

Es ist dabei nichts Neues zu ent­de­cken, und die Songs ver­su­chen die mensch­li­che Psy­che zu errei­chen und sie auch manch­mal zu mani­pu­lie­ren. Ein Beweis ist das stoi­sche und von schnel­len Beats ange­trie­bene „Ist die Liebe Tot? , vor allem durch den Akzent des deutsch­spra­chi­gen Gesangs.

Es ist aber auch wun­der­bar leicht, Todes­sehn­sucht und dem Tod mit unse­rer Spra­che ein wenig Bedroh­lich­keit ein­zu­hau­chen. Doch auch wenn Grie­chisch gesun­gen wird, schaf­fen es Selo­fan, dass einen ein kal­ter Schauer über den Rücken läuft. Auf „Vitrioli“ erfin­den die bei­den aus Athen nichts neu, und den­noch ist auch kein Makel an der Platte.

Erschie­nen bei: Fabrika Records
selo​fan​.band​camp​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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