// Musik

Montag, 14. Mai 2018

The Voidz

Virtue

The Voidz – Virtue
The Voidz – Virtue

Was ist eigent­lich mit The Strokes los? Diese Frage stellt man sich zwangs­läu­fig, wenn man das Werk von The Voidz hört. Denn am Mikro­phon steht hier Julian Casa­blan­cas, der auch die schnod­de­ri­gen Strokes‐​Gassenhauer singt. Ob es Absicht ist, dass „Vir­tue“ fast zeit­gleich mit dem neuen Album von Albert Ham­mond Jr. erscheint?

Man könnte mut­ma­ßen, dass hier jeder auf eige­nen Pfa­den unter­wegs ist und man das Vor­ha­ben, ein neues The Strokes‐​Album her­aus­zu­brin­gen erst­mal ein wenig aus dem Fokus ver­lo­ren hat. Nun kom­men wir aber zurück zu The Voidz und deren Debüt „Virtue“.

Die­ses Album ist durch­aus eine Über­ra­schung, man rech­net nicht damit, dass einen die Platte so begeis­tern kann. Doch beim ers­ten Anhö­ren ist man teil­weise doch erst ein­mal ange­wi­dert: Die Songs wir­ken oft ungar, und alles wirkt maß­los auf­ge­setzt. Doch genau das ist die Stärke der 15 Songs. Diese Band wagt alles und geht auch das Wag­nis ein, dass es einen ver­stö­rend zurücklässt.

Zum Bei­spiel, wo sie ein Pseudo‐​Metal‐​Gewitter reg­nen las­sen, wie bei „We´re When We Were“. Bei die­sem Song hat man das Gefühl, er (der Song) und somit das Album würde aus­ein­an­der­bre­chen bei soviel Gitarren‐​Sound und Schlagzeug‐​Gedengel und Protopunk‐​Gemeiere. Und den­noch ist der Song durch­aus typisch für die­ses Unter­neh­men namens „The Voidz“.

Alles ist mög­lich, und Gren­zen sind nur da, um sie ein­zu­rei­ßen. Der Opener „Leave It In My Dreams“ ist ein schö­ner Indie‐​Pop‐​Song, der den Anschluss auf der Haben­seite von The Strokes‐​Songs fin­den könnte. „Oyur­ryus“ klingt wie ein Disco‐​Drogen Song bei zuge­ne­bel­ter Tanz­flä­che. „Lazy Boy“ ist die kleine Ent­span­nungs­in­sel in die­sem Wahn­sinn. „Pyra­mid Of Bones“ ist manch­mal ver­dammt dicht am Hard­rock, nur mit Weird­ness. Spaß macht die Ver­mi­schung von Beats, Calypso und Beck‐​Gesang bei „All Wordz Are“.

Vir­tue“ ist ein Album, das es einem am Anfang nicht leicht macht. Im ers­ten Moment klingt die Musik wie das Cover‐​Motiv, näm­lich nach Trash, und den­noch betört einen „Vir­tue“ dann doch. Nur warum, weiß man nicht, ver­mut­lich mit der Deka­denz einer ver­ton­ten Spielwiese.

Erschie­nen bei: RCA /​Sony
smar​turl​.it/​V​i​r​tueLP

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

facebook

 

Werbung