// Musik

Donnerstag, 18. Februar 2016

Neon Indian

Vega Intl. Night School

Neon Indian – Vega Intl. Night School
Neon Indian – Vega Intl. Night School

Man kann durch­aus sagen dass, Neon Indian die Vor­rei­ter des Chill Waves sind, auch wenn man es hier­zu­lande viel­leicht nicht mit­be­kom­men hat. Das Erst­lings­werk „Psychic Chasms“ aus dem Jahre 2009 war in den bei­den pop­kul­tu­rel­len Nr.1-Ländern (Eng­land und USA) mit gro­ßem Inter­esse ver­folgt worden.

Vega Intl. Night School“ ist das dritte Album von dem Mexi­ca­ner Alan Palomo. Bei die­sem Album­ti­tel ver­mu­tet man eine Hom­mage an den Suicide‐​Musiker Alan Vega. Würde durch­aus pas­sen, beide Musi­ker wid­men sich der elek­tro­ni­schen Musik und sind durch­aus expe­ri­men­tier­freu­dig unterwegs.

Alan Vega hat dazu aber den grö­ße­ren Drang, aber das ist auch wurscht, denn es han­delt sich bei „Vega Intl. Night School“ um keine Ver­eh­rung von Mr. Vega, eher ist es ein Urlaubs­mit­bring­sel. Alan Palo­meo besuchte sei­nen Bru­der Jorge Bass, der auf einem Kreuz­fahrt­schiff als Musi­ker arbei­tete, und wäh­rend sie auf dem Meer fuh­ren, haben beide zusam­men eben diese Platte auf­ge­nom­men, wobei Alan natür­lich feder­füh­rend ist und man den­noch ein wenig Musik vom schwim­men­den Urlaubs­ziel ver­neh­men kann.

Es ist Tanz­mu­sik, aller­dings keine plumpe. Auf die­ser Platte hört man viel Funk, der natür­lich aus dem Syn­the­si­zer gespuckt kommt, und gerne ist der Sound ein wenig Lo‐​Fi. Also keine form­schöne Tanzkapellen‐​Musik, son­dern eben wind­schiefe Klänge. Man muss sich nur mal das elek­tro­ni­sche Gewir­bel namens „Bonzo“ anhö­ren, wel­ches ein wenig klingt, als würde Aphex Twin am Key­board irgend­wel­che ver­gnüg­li­che Klänge zau­bern wol­len und diese auf eine BASF‐​Chrome‐​Maxima‐​Kassette pressen.

Man kann aber auch acht­zi­ger­jahre Funk von Prince fin­den, wie bei „Smut“, oder Old‐​School Hip­Hop meets Funk wie „The Glitzy Hive“. Jede Menge ver­schwom­me­ner Groo­ves, die man auf dem drit­ten Streich namens „Vega Intl. Night School“ hier aus­ma­chen kann, und dazu wird dann noch das Gefühl erzeugt, eine Radio­sen­dung zu hören. Immer wie­der wer­den Durch­sa­gen auf Spa­nisch ein­ge­wor­fen, die ein Gefühl von wohl­schme­cken­dem Retro‐​Sound erzeugen.

Ins­ge­samt ist es so wie bei jedem Neon‐​Indian‐​Album, man muss sich erst ein­mal rein­fuch­sen und sich mit dem Sound ver­traut machen, doch dann ist die Musik eupho­risch und erzeugt durch­aus auch ein wenig Urlaubsgefühl.

Erschie­nen bei: Trans­gres­sive /​PIAS /​Rough Trade
neon​in​dian​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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