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Freitag, 09. November 2012

TSV Altenholz siegt

TSV Altenholz siegt nach starker zweiten Halbzeit gegen Flensburg

Quelle: Uwe Paesler, www.tsv-a.de
Quelle: Uwe Paesler, www.tsv-a.de

Nach einer zähen ers­ten und einer star­ken zwei­ten Halb­zeit gewinnt der TSV Alten­holz im Nord­derby gegen die Nach­wuchs­mann­schaft des Bun­des­li­gis­ten SG Flensburg/​Handewitt und klet­tert damit, zumin­dest vor­über­ge­hend auf Rang 4 der Drit­ten Bun­des­liga Nord. Nach einer faden ers­ten Hälfte (15:14) endete das unterm Strich span­nende und ereig­nis­rei­che Spiel mit 38:28 für die Wölfe.

Zwi­schen Kiel, ich zähle Alten­holz ob sei­ner geo­gra­fi­schen Nähe jetzt ein­fach mal dazu, und Flens­burg geht’s seit Jah­ren in Sachen Hand­ball hoch her und das Spiel zwi­schen dem TSV Alten­holz und der SG Flensburg/​Handewitt II sollte da keine Aus­nahme werden.

Zunächst ging es aller­dings ruhig los. Nach 10 Minu­ten stand es 6:4 für die Gast­ge­ber. Die­sen Vor­sprung hat­ten die Alten­hol­zer vor allem ihrem glän­zend auf­ge­leg­ten Tor­wart Flo­rian Hoss­ner zu ver­dan­ken, der den einen oder ande­ren Flens­bur­ger schon jetzt zur Ver­zweif­lung getrie­ben hatte. Außer­dem kam ihnen zugute, dass die Flens­bur­ger in der Abwehr eroberte Bälle immer wie­der fast kampf­los an die Alten­hol­zer verloren.

Ins­ge­samt war das Spiel in der ers­ten Hälfte ein sehr fai­res. Nicht zuletzt dank der immer wie­der guten Ideen des Flens­bur­ger Spiel­ma­chers mit der Num­mer 14, Thies‐​Jakob Volquard­sen, der außer­dem vier Tore vor dem Sei­ten­wech­sel bei­steu­erte, konn­ten sich die Gäste bis zur 20. Minute auf ein 10:10 heran kämp­fen. Die Alten­hol­zer Num­mer 14, Mathis Weg­ner, sonst die Krea­tiv­zen­trale im Spiel der Wölfe, fand hin­ge­gen nicht ins Spiel. Immer wie­der miss­lan­gen Anspiele und auch rela­tiv frei vorm Tor sollte Weg­ner gleich mehr­fach an Pfos­ten oder Tor­wart scheitern.

Nach wei­te­ren 10 Minu­ten in den das Spiel vor sich hin plät­scherte endete die erste Halb­zeit beim Stand von 15:14.

In der zwei­ten Hälfte ging es weit rabia­ter zur Sache. Allein die Tat­sa­che, dass die Alten­hol­zer vier und die Flens­bur­ger gar sechs Zeit­stra­fen allein in den zwei­ten 30 Minu­ten kas­sie­ren, spricht Bände.

Nach dem Wie­der­an­pfiff konnte sich der TSV schnell auf 19:15 abset­zen (38. Minute). Bereits in Unter­zahl spie­lend ver­lor der Flens­bur­ger Chef‐​Stratege Volquard­sen nach einer strit­ti­gen Schieds­rich­ter­ent­schei­dung kurz­zei­tig die Ner­ven und schubste den Alten­hol­zer Rechts­au­ßen Bevan Cal­vert noch wäh­rend der Spiel­un­ter­bre­chung. Die Schieds­rich­ter wer­te­ten dies nicht aus Tät­lich­keit und schick­ten Volquard­sen ledig­lich mit einer Zeit­strafe, sei­ner ers­ten, auf die Bank.

Die dar­aus resul­tie­rende erneute Über­zahl konnte Alten­holz nut­zen um sich wei­ter abzu­set­zen. So stand es nach 41 gespiel­ten Minu­ten 24:18.

Mit nur noch einer Vier­tel­stunde auf der Uhr und beim Stand von 26:19 für die Gast­ge­ber nahm der Flens­bur­ger Coach eine Aus­zeit und setzte ab dann auf eine abso­lute Not­fall­tak­tik: für den Rest des Spiels spiel­ten die Gäste im Angriff mit einem zusätz­li­chen Spie­ler und dafür ohne Tor­wart. Die Über­zahl im Angriff führte aller­dings nicht zum erhoff­ten Ergeb­nis son­dern dazu, dass Chris­tian Schwarz gleich zwei kuriose Tref­fer vom eige­nen 6‐​Meter‐​Kreis aus gelangen.

In der 52. Minute gab es die dritte Zeit­strafe gegen den Alten­holz Chris­tian Dre­cke, der schon in der ers­ten Hälfte ein Mal zu hef­tig zuge­langt hatte und eine wei­tere Zeit­strafe wegen Meckerns erhielt – wäh­rend er auf der Bank saß. Den Rest des Spiels musste er von der Tri­büne aus ver­fol­gen. Alleine blieb er dort aller­dings nicht all zu lange. Thies Jakob Volquard­sen gelang das Kunst­stück inner­halb von nicht ganz 15 Minu­ten eben­falls drei Zeit­stra­fen zu sam­meln. Beim Stand von 28:21 mit nicht mal mehr 8 Minu­ten zu spie­len war das Spiel zu die­sem Zeit­punkt aber ohne­hin schon entschieden.

90 Sekun­den gab es dann noch zwei wei­tere Zeit­stra­fen. Eine gegen die Bank der Flens­bur­ger wegen unauf­halt­sa­men Meckerns und eine gegen Lukas Stürze. Stürze erhielt in die­sem Spiel wenig Ein­satz­zei­ten, außer immer dann, wenn es einen 7‐​Meter für die Alten­hol­zer gab. Und davon gab es nicht gerade wenige. Ins­ge­samt 7 Mal trat Stürze an und erzielte dabei 7 Tore – wenn auch eins erst im Nachwurf.

Nach 60 Minu­ten trenn­ten sich die Mann­schaf­ten mit dem End­stand von 38:28. Schade war, dass der Alten­hol­zer Fan­club sei­nem Ruf als einem der unsport­lichs­ten wie­der ein­mal gerecht wurde. Zu einem Zeit­punkt als das Spiel schon längst ent­schie­den war und nach einer Minu­ten­lan­gen Behand­lungs­pause des eige­nen Spie­lers Patrick Starke wur­den alle Flens­bur­ger, die auch nur kurz lie­gen blie­ben oder nach einem Zusam­men­prall mit einem Gegen­spie­ler in die Knie gin­gen gna­den­los aus­ge­pfif­fen und verhöhnt.

Ja, es gibt Spie­ler, die Ver­let­zun­gen simu­lie­ren, um Zeit zu schin­den, geg­ne­ri­sche Aktio­nen zu unter­bin­den oder Ver­schnauf­pau­sen für das Team zu erschlei­chen. Aber bei zwei­stel­li­gem Rück­stand mit weni­ger als 10 noch zu spie­len­den Minu­ten kann man der­lei Ambi­tio­nen wahr­lich nicht unterstellen.

Umso schö­ner war es, dass sich die Mann­schaft, deren Spie­ler sich teil­weise gut ken­nen, nach dem Match freund­schaft­lich und nicht ritua­li­siert die Hände schüt­tel­ten und sich gegen­sei­tig auf die Schul­tern klopften.

Über den Autor

Sebastian Schack Sebastian Schack

Ist Fach­in­for­ma­ti­ker und Stu­dent der Poli­tik­wis­sen­schaf­ten. Sebas­tian twit­tert als iSchack und blogt auf iSchack​.net über alles was ihm so durch den Kopf geht. Wurde beim För­de­flüs­te­rer ange­heu­ert, um über die Canes‐​Spiele zu schrei­ben – dabei allein wird’s aber wohl nicht bleiben.

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