Freitag, 03. Februar 2012
Landtagswahl 2012In seiner Rede vor den Deligierten hat er die wichtigsten politischen Ziele skizziert. Albig verspricht eine bürgernahe und effiziente Verwaltung, eine verlässliche Bildungspolitik, die Energiewende, Ausbau der Infrastruktur und eine solide Finanzpolitik. Als Ministerpräsident will er „das Geld dort ausgeben, wo es wirklich gebraucht wird“ und „dort investieren, wo sich Zukunft entwickeln lässt“.
Eines der zentralen Themen im Wahlkampf der SPD ist die Bildungspolitik. Trotz der angespannten Haushaltslage sollen weitaus weniger Lehrerstellen bis 2020 einspart werden, als es die schwarz‐gelbe Koalition geplant hat. Ziel ist es die Lehrerarbeitszeit zu reduzieren und die Zahl der Überstunden abzubauen. Ebenso beabsichtigt die SPD in der kommenden Legislaturperiode die Kommunen beim Ausbau von Krippenplätze zu unterstützen und, dass ein Kindergartenjahr kostenfrei sein soll.
Trotz der damit verbundenen Mehrausgaben ist Torsten Albig zuversichtlich bis 2020 einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen, da das finanzielle Einsparpotential unter anderem bei der Reduzierung der Folgekosten einer gescheiterten Bildungspolitik erheblich sei. „Jeder Schüler ohne Abschluss kostet uns jedes weitere Jahr 10.000 Euro allein an Sozialkosten“ so Albig. Auch soll eine effiziente und modernisierte Kommunal– und Landesverwaltung zur Budgetsanierung beitragen.
Als neue Landesregierung streben die Sozialdemokraten eine Koalition mit den Grünen an, doch im Gegensatz zur SPD halten sich die Grünen hinsichtlich möglicher Bündnisse bedeckt. Der Ausgang der Wahl in drei Monaten ist daher völlig offen und fast jede Koalition scheint denkbar. Wenn Albig Ministerpräsident in Kiel werden will, muss er Kompromisse eingehen und es stellt sich die Frage, inwieweit der zukünftige Koalitionsvertrag noch die Handschrift der SPD tragen wird.