// Musik

Dienstag, 16. Februar 2016

Sun-Ra and his Arkestar

To Those Of Earth And Other Worlds

Sun-Ra and his Arkestar – To Those Of Earth And Other Worlds
Sun-Ra and his Arkestar – To Those Of Earth And Other Worlds

Kaum einer hat so ein welt­of­fe­nes Ohr, wie der eng­li­sche DJ Gil­les Peter­son. Das merkt man in sei­ner Radi­sen­dung, bei sei­nen DJ‐​Auftritten und auch bei sei­nen Com­pi­la­ti­ons. Über die Jahre haben wir hier an die­ser Stelle auch von ein paar die­ser Werke berich­tet. Nun hat Gil­les Peter­son sich dem Schaf­fen von Sun‐​Ra vor­ge­nom­men und diese Liai­son passt.

Schließ­lich sind beide Visio­näre und gehen ohne Scheu­klap­pen an die Musik heran. Und genauer mit die­ser Ein­stel­lung ist auch eine wirk­lich inter­es­sante und packende Zusam­men­stel­lung namens „To Those Of Earth And Other Worlds“. Die betrach­tet näm­lich nur eine Dekade, des am 30 Mai 1993 ver­stor­be­nen Musiker.

Doch wo soll man anfan­gen bei dem Jazz‐​Künstler, bei dem sich 750 Kom­po­si­tio­nen auf ca. 125 Alben ver­tei­len. Wäre viel­leicht auch nicht so schwer, wenn dabei schlechte Auf­nah­men wären, doch Sun‐​Ra hat nahezu immer auf hohem Niveau Jazz veröffentlicht.

Erschwe­rend hinzu kommt dass vie­les von ihm sei­ner Zeit vor­aus war und öfter noch ist. Also wo Anfan­gen bei dem Musi­ker, der die Rich­tung Cosmic Jazz im Allein­gang erfun­den hat und eben Musik mit Bewusst­sein und Kos­mos verband.

Dabei wusste er immer genau was er tat. Peter­son hat sich einem Ver­mächt­nis ange­nä­hert und auf dem ers­ten Blick kei­nen roten Faden hin­ter­legt. Doch auf dem zwei­ten Blick ist er dann doch deut­lich zu erken­nen. Es wer­den neben sel­te­nen Auf­nah­men auch viele Live‐​Aufnahmen ver­mischt. Aber diese Über­sicht über dem Mann, der mit bür­ger­li­chem Namen Her­man Blount hieß, zeigt wie weit sein musi­ka­li­sches Spek­trum reichte.

Afri­ka­ni­sche Poly­rhyt­men gesellt sich wie selbst­ver­ständ­lich mit BeBop und Swing. Bossa Nova ist genauso dabei wie Dub, der Rich­tung Welt­all schießt, und selbst sehr pop­pi­ger Jazz wie das ein­gän­gige „Love In Outer Space“ war für Sun‐​Ra mög­lich. Man stellt bei „To Those Of Earth And Other Worlds“ aber auch fest, dass die Auf­nah­men meist doch eher ein wenig zugäng­li­cher sind, und genau das ergibt dann auch den roten Faden.

Die Auf­nah­men stam­men aus den Jahre 1955 (wo er bei­spiels­weise mit einer Schü­ler­band gejammt hat) bis Ende der Sieb­zi­ger, und den­noch hört man die enorme Zeit­spanne nicht, was auch an dem guten Mas­te­ring liegt und daran das Sun‐​Ra alle mög­li­chen Instru­mente (von Moog bis Harfe) ver­wen­det hat. „To Those Of Earth And Other Worlds“ ist viel­leicht die beste Com­pi­la­tion von die­sem Ausnahme‐​Künstler namens Sun‐​Ra.

Erschie­nen bei: Strut /​Alive
www​.sunra​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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