// Musik

Donnerstag, 22. Februar 2018

Joe Henry

Thrum

Joe Henry – Thrum
Joe Henry – Thrum

Seit nun­mehr über 30 Jah­ren nimmt Joe Henry Musik auf, und irgend­wie hat er es bis heute nicht über den Geheim­tipp hin­aus gebracht. Schade, denn seine Alben sind nahezu alle groß­ar­tig, und mit sei­nem 96er Werk „Tram­po­line“ ist ihm sicher­lich sein Meis­ter­werk gelungen.

Die letz­ten Auf­nah­men hat er mit dem bri­ti­schen Song­wri­ter, Akti­vis­ten und Poe­ten Billy Bragg auf­ge­nom­men. Nun hat er mit „Thrum“ sei­nen 14. Lang­spie­ler ver­öf­fent­licht. Und auch dies­mal ist man ver­wun­dert, dass er nur Insi­dern bekannt ist. Seine Arran­ge­ments sind unge­mein aus­ge­feilt, üppig und den­noch sehr intim.

Der Opener „Climp“ zeigt die­ses offen­her­zig, mit einer gewis­sen Gemüt­lich­keit und den­noch viel­sei­tig genug. Erst eine karge akus­ti­sche Gitarre, schnell stößt ein Saxo­phon hinzu, und so wird es ein Stück zwi­schen Song­wri­ter­tum und gedie­ge­nem Jazz. So glanz­voll und zurück­ge­lehnt sind die meis­ten Stü­cke von Joe Henry.

Manch­mal pen­deln die Songs auch im schö­nen Ame­ri­cana– und Roots‐​Fahrwasser, wie „Belie­ver und bei „The Dark Is Light Enough“ wird Dark‐​Noir‐​Bombast auf­ge­tra­gen. Man merkt schnell, dass Joe Henry bei die­sem Kön­nen in einer glei­chen Liga wie Leo­nard Cohen, Elvis Costello oder Tom Waits genannt wer­den müsste.

The Glo­rious Dead“ ist auch ein sehr dunk­les Stück, wel­ches auch text­lich ein wenig die Luft raubt, und feine klas­si­sche Instru­mente wer­den zudem auf­ge­tischt. „River Floor“ hat eine sehr schöne Dyna­mik und den­noch jede Menge Demut und Saxophon‐​Soli in sich.

Mit „Thrum“ ist Jon Henry erneut ein gro­ßes Album gelun­gen, wel­ches ver­mut­lich von der Welt wie­der nicht gewür­digt wird. Ungerecht!

Erschie­nen bei: Era­mu­sic /​Edel
www​.joehen​rylove​sy​o​u​madly​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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