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Dienstag, 07. Februar 2012

Dillon

This Silence Kills

Dillon – This Silence Kills
Dillon – This Silence Kills

DJ Koze hat es schon lange vor uns gewusst: Er hat schon vor Jah­ren pro­phe­zeit, dass Sän­ge­rin Domi­ni­que Dil­lon eine Künst­le­rin wird. „Sie singt ange­nehm unper­fekt und wahr­haf­tig. Sie hat Cha­rak­ter. Ich finde sie gut. Sie hat eine schöne Zukunft vor sich“, hat er gesagt, und mit ein paar Jah­ren Ver­spä­tung aber gro­ßer Erwar­tung erscheint nun ihr Debüt „This Silence Kills“.

Man sollte sich nicht zu sehr von Label irri­tie­ren las­sen, schließ­lich erscheint die­ses auf Bpitch Con­trol, also einem der bekann­tes­ten Tech­nola­bels, wel­ches von Ellen Allien gegrün­det wurde und bei dem Paul Kalk­bren­ner seine ers­ten Schritte zum Star­sein gemacht hat. Dil­lon wird sicher­lich nicht so ein Ver­kaufs­schla­ger, aber das ist auch nicht das pri­märe Ziel der Dame, die sagt, dass sie auf der Auto­bahn die Ruhe findet.

Viel­mehr liegt bei Dil­lon die Kraft in der Ruhe, und wenn das Album „This Silence Kills“ heißt, dann kann man davon aus­ge­hen, dass es sich hier­bei um einen Kraft­protz han­delt. Eigent­lich reicht der Dame, die von Bra­si­lien nach Köln zog, eigent­lich nur ihr Kla­vier und ein paar kleine elek­tro­ni­sche Kom­pli­zen, und natür­lich ihr Gesang.

Die­ser ist ein wenig ent­rückt und selt­sam ver­scho­ben und hat den­noch etwas zer­brech­lich Mäd­chen­haf­tes an sich. Dabei gelingt es ihr, mit ihrer Stimme sehr viele emo­tio­nale Punkte zu tref­fen. Bei „You Flesh Against Me“ kul­lern einem bei­nahe Trä­nen die Wange run­ter, wenn die Melo­die nicht so sehr an schöne Momente von Feist erin­nern würde.

Der Titel­song ist dann eher ein expe­ri­men­tel­les elek­tro­ni­sches Werk, wel­ches stark an den Mut von Soap & Skin erin­nert. Rich­tig ver­spielt mit Mär­chen­blä­sern und Phantasiewelt‐​Arrangements hat „Tip Tap­ping“ etwas Kind­li­ches an sich. „Abrupt Cla­rity“ wird am meis­ten von der typi­schen Bpitch‐​Control‐​Kundschaft akzep­tiert werden.

Bei „From One To Six Hund­red Kilo­me­ters“ muss man manch­mal an Kraft­werk den­ken, wegen einer kur­zen aber prä­gnan­ten Sequenz, aber ansons­ten ist die­ser Song eher ein schwer­mü­ti­ger Geselle.

Doch Melan­cho­lie ist in allen Lie­dern vor­han­den, und Dil­lon gibt auch zu, dass so unter­schied­li­che Künst­ler wie Bil­lie Holi­day oder Jeff Buck­ley ihr als Vor­bil­der die­nen. Aller­dings ist ihre Musik immer span­nend, auch dann, wenn man glaubt, dass nichts pas­siert. Schließ­lich dau­ert es nicht lange, bis man auf den nächs­ten schö­nen Moment trifft, der auch gerne mal dis­har­mo­nisch klin­gen kann.

Erschie­nen bei: Bpitch Con­trol /​Rough Trade

www​.dil​lon​-music​.com

Video

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Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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