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Donnerstag, 11. Mai 2017

The Mystery Lights

The Mystery Lights

The Mystery Lights – The Mystery Lights
The Mystery Lights – The Mystery Lights

Garage‐​Rock ist nach dem gro­ßen Auf­le­ben kurz nach dem Mil­le­nium irgend­wann ein wenig abge­ebbt. Nicht, dass kei­ner ihn hören will, eher ist die Hype­ma­schine immer wie­der zu ande­ren Gen­res gelau­fen und hat diese auf­ge­so­gen und jede mög­li­che Band aus­ge­spuckt, um dann am Ende das Genre in die Ver­sen­kung zu tre­ten. Nach so einer Auf­merk­sam­keit ist es schwer, diese auch in klei­nen Por­tio­nen wie­der zu erlangen.

Ein ech­tes Pro­blem, doch es hat auch einen gewal­ti­gen Vor­teil: Man kann wie­der an sei­ner Krea­ti­vi­tät arbei­ten, ohne dabei Druck zu ver­spü­ren. The Mys­tery Lights haben davon pro­fi­tiert. 2009 haben sie ihr Debüt „Teen­age Cat­girls And The Mys­tery Light­show“ ver­öf­fent­licht und dar­auf rich­ti­gen Rock ´n‚Roll gespielt, der rau und grund­ehr­lich ist. 2015 folgte das zweite Werk, und nun ist kürz­lich mit dem schlicht „The Mys­tery Lights“ beti­tel­ten Album der dritte Streich erschienen.

Die­ser klingt aus allen zeit­li­chen Rah­men gefal­len, und man kann ihn als zeit­los bezeich­nen. Das ist auch der Grund, warum diese Platte bei Wick Records erscheint, einem Unter­la­bel des Retro Soul Label „Dap­to­nes“. Sprich, „The Mys­tery Lights“ hätte auch schon in den Sech­zi­gern erschei­nen kön­nen, als Bands wie The Seeds ihren Rock recht wild spiel­ten und Struk­tu­ren vom Beat auf­nah­men und man sich auch noch an The Bri­tish Inva­sion orientierte.

Die Songs sind dann auch eher wel­che, die man lie­ber auf 45er Sin­gle, denn als schnöde Datei auf dem Rech­ner schlum­mern haben möchte. Man möchte die Musik mit jeder Pore spü­ren. Das funk­tio­niert auch, denn die Musik atmet, und man spürt die Lei­den­schaft in der Musik des Trios aus New York. Die Musik lebt vom ver­zerr­ten Klang, das Fuzz‐​Gitarrenspiel sorgt für Roh­heit, und dazu gesel­len sich auch Gene vom frü­hen Punk. Aber auch psy­che­de­li­scher Beat wird hier in gro­ßem Bogen herausgefeuert.

Klar, einen Blu­men­topf für Inno­va­tion gewin­nen die New Yor­ker damit nicht. Doch das müs­sen sich auch nicht, denn das machen sie mit Begeis­te­rung für die Musik und Stil­si­cher­heit locker wett. Das bestä­tigt sich spä­tes­tens dann, wenn man sie live sieht. Dort scheint die Band ihre Kraft noch­mal zu stei­gern, vor allem, wenn sie in klei­nen Kon­zer­träu­men auftreten.

Da kommt die Direkt­heit, gepaart mit ihrer Liebe zu Melo­dien und einer gewis­sen Härte wie­der weg. Wenn dann auch noch die krat­zige Stimme von Sän­ger Mike Bran­don zu hören ist, dann ist alles per­fekt. Ein kraft­vol­les Miniatur‐​Meisterwerk des Garage‐​Rock.

Erschie­nen bei: Wick Records /​Dap­tone
mys​te​ry​lights​band​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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