// Musik

Donnerstag, 18. Oktober 2018

Adam Naas

The Love Album

Adam Naas – The Love Album
Adam Naas – The Love Album

Die Musik von Adam Naas bliebt im Gedächt­nis, sie braucht nur ihre Zeit. Der beste Beweis ist, dass seine schlicht „Adam Naas“ beti­telte EP erst nach und nach ein heim­li­cher Erfolg wurde. Vor zwei Jah­ren erschie­nen, wurde „Fading Away“ mitt­ler­weile via Spo­tify an die 5 Milio­nen mal ange­hört. Mit die­sem Erfolg im Rücken erscheint nun sein Langstrecken‐​Debüt namens „The Love Album“.

Und auch hier könnte der Erfolg erst zag­haft zuschla­gen. Zum einen, weil es reine Liebeslieder‐​Alben meist schwer haben, ein brei­tes Publi­kum zu erobern. Zum ande­ren, weil die Songs nicht mit gro­ßem Kitsch und über­schwap­pen­den Emo­tio­nen bestückt wur­den. Meis­tens sind die Songs erst ein­mal schüch­tern, ent­pup­pen sich aber nach mehr­ma­li­gem Hören als sehr schöne Ansamm­lung an Liebesliedern.

Es ist eine unge­meine Läs­sig­keit, die bei der Musik des 26jährigen Fran­zo­sen mit­schwingt. Fei­ner Soul, der auch mal las­ziv sich an R´n´B anlehnt, ohne sich anzu­bie­dern. Eine sehr feine Vari­ante ist Adam Naas gelun­gen, und sie trifft dann auch das Herz. Da kann man den Schluss­song „When You´re Hol­ding Me“ nen­nen, der eine sehr ergrei­fende Soul‐​Ballade ist, bei der einem die Trä­nen fast her­un­ter­kul­lern, durch die warme Frau­en­stimme und die Piano‐​Tupfer.

Auch der Eröff­nungs­song „No Love Wit­hout Risk“ beein­druckt mit Lang­sam­keit und den schö­nen Stim­men der Frauen. Man kann also ver­ste­hen, warum Adam Naas neben Sam Cooke auch Destiny´s Child und Lau­ryn Hill als Ein­flüsse nennt. Die Arran­ge­ments sind hier nur wesent­lich spar­sa­mer ein­ge­setzt, aber nicht weni­ger effek­tiv. Es ist but­te­rig wei­cher Soul, und selbst wenn die Songs offen­siv sind, ist es toll.

So ist „True Inti­macy“ modern und hat Refe­ren­zen zu The XX, oder bei „Cherry Lip­stick“ ist der Beat so schnell, dass man dazu im schwit­zi­gen Club tan­zen kann und sogar manch­mal an die eso­te­ri­schen Stü­cke von Gold­frapp den­ken muss. „The Love Album“ ist eine der sinn­lichs­ten Plat­ten des Jah­res und wird hof­fent­lich einige Her­zen in ihren Bann ziehen.

Erschie­nen bei: Vir­gin /​Uni­ver­sal
www​.face​book​.com/​a​d​a​m​n​a​a​s​music

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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