// Musik

Montag, 26. Juni 2017

Scott Bradlle´s Postmodern Jukebox

The Essentials

Scott Bradlle´s Postmodern Jukebox – The Essentials
Scott Bradlle´s Postmodern Jukebox – The Essentials

Wie soll man es deu­ten, wenn einer CD ein Book­let zum Mischen von Cock­tails bei­liegt? Ist die Musik etwa nur im Rausch zu ertra­gen? Im Book­let von „The Essen­ti­las“ von Scott Bradlle´s Post­mo­dern Juke­box sind 12 Rezepte für Cock­tails, alle­samt mit Hoch­pro­zen­ti­gem, zu fin­den, doch diese sol­len wohl nur für die pas­sen­den Stim­mun­gen sorgen.

An der Musik kann es nicht lie­gen, denn das sind alles bekannte Hits, und die meis­ten kann man auch noch nach Dauer‐​Rotation hören und braucht da nicht zwin­gend einen schwumm­ri­gen Schwips. Doch es sind hier keine Original‐​Sänger zu hören, denn Scott Bradlle´s Post­mo­dern Juke­box covert sich hier durch ein bun­tes Repertoire.

Das macht Band­lea­der Scott Bradlle erst seit 2014, aber seit­dem hin­ter­las­sen er und seine Musi­ker eine wahre Veröffentlichungs‐​Flut. 13 Alben pflas­tern deren Weg, und da darf auch die Frage erlaubt sein, ob man so viele Alben mit Cover­ver­sio­nen im glei­chen Stil braucht. Ein Witz wird nicht bes­ser, wenn man ihn mehr­fach erzählt.

Doch eine Best Of ist eine gute Alter­na­tive, und da erfreut man sich an die­sen Songs im Bar‐​Jazz und galan­ten Swing‐​Song rich­tig. Schön, wenn aus Radio­heads „Creep“ eine las­zive Kla­vier­num­mer wird, mit einer Sän­ge­rin, die sich ange­trun­ken vor einem räkelt. Man kann sich auch vor­stel­len, wie man sich bei Black­streets „No Dig­gity“ noch einen „Old Fashioned‐​Cocktail mit Whis­key“ bestellt und die Band ganz dezent aber bestimmt die­sen Song vorträgt.

Bei „ Believe In A Thing Cal­led Love“ von der Vin­tage Hair‐​Metal Band The Dar­k­ness wirkt der Schnaps schon, und aus die­sem Lied wird eine Dixie‐​Jazz‐​Blues Num­mer, die am Ende noch ordent­lich Schwung bekommt. Rich­tig Hüft­schwung bekommt aus­ge­rech­net die Ober­schnulze schlecht­hin, „My Heart Will Go On“ von Celine Dion. Da bekommt der Swing Schwung, wil­dert noch im Doo‐​Wop‐​Musikkoffer herum und macht unheim­lich Spaß.

Aus Lor­des Hit „Royal“ wird ein redu­zier­tes, aber glanz­vol­les Jazz‐​Stück mit einer ein­zig­ar­ti­gen Stimme von Von Smith. Ver­wun­dert ist man, dass Scott Bradlle auch eher unbe­kann­tere Hits wie „Such Great Heights“ von Pos­tal Ser­vice sich vor­knöpft, funk­tio­niert aber genauso gut wie Beyon­ces Über­hit „Halo“.

18 Songs sind auf die­ser Werk­schau, und das reicht sicher­lich auch aus, und man kann die ande­ren Alben sicher­lich ste­hen las​sen​.Es sei denn, man kann über den Witz auch noch mehr­fach lachen, dann sollte man sich die wei­te­ren Alben kaufen.

Erschie­nen bei: Universal
post​mo​dern​juke​box​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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