// Musik

Donnerstag, 16. Februar 2017

Drugdealer

The End Of Comedy

Drugdealer – The End Of Comedy
Drugdealer – The End Of Comedy

Drug­dea­ler ist ja ein Band­name, bei dem man raue Musik erwar­tet, etwas, wo jemand böse drein­blickt und harte Beats, Rhy­mes oder Gitar­ren­sounds vom Sta­pel lässt. Doch es ist anders, denn Drug­dea­ler ist Michael Collins neu­es­tes Pseud­onym. Davon hat der in Los Angels lebende Musi­ker schon wei­tere gehabt. Sal­via Plath war das eine, und das andere hatte auch einen Namen, der in die Irre füh­ren kann, näm­lich Run DMT.

Bei Drug­dea­ler kann Michael Collins sei­nen Hang zum Spleen rich­tig aus­le­ben. Schließ­lich sind die elf Songs hier herr­lich ver­schro­ben und bedie­nen sich auch flei­ßig im Hand­buch der gol­de­nen Popmusik.

Haupt­säch­lich die sech­zi­ger und sieb­zi­ger Jahre wer­den hier wie selbst­ver­ständ­lich benutzt und geschaut, was man dar­aus Schö­nes machen kann. Beat­les­las­tige psy­che­de­li­sche Momente, jede Menge AOR Musik, aber auch schau­fel­weise Suns­hine Pop wie etwa à la Beach Boys oder Beau Brum­mels, und in vie­len Songs würde Burt Bacha­rach Trä­nen der Rüh­rung bekommen.

Man muss aber auch sagen, dass hier eben nicht prä­zise dem Schön­klang gefrönt wird. Ein wenig Folk fin­det auch sei­nen Platz, und Spaghetti‐​Western‐​Soundtracks spen­den wich­tige DNA. Wenn man sich das alles zu Gemüte führt, wird klar, dass das eine sehr frea­kige Ange­le­gen­heit ist. Da ver­wun­dert es nicht, dass so Frei­geis­ter wie Sheer Agony, Danny James, Weyes Blood und Ariel Pink hier als Gäste auf­tau­chen und die­ses Album noch ange­nehm schrul­li­ger machen.

Doch ganz so abwe­gig ist die Musik nicht, denn im Grunde wim­melt es hier von fein­sin­ni­gen Songs. „Sud­denly“ hät­ten die Beat­les zu einem Welt­hit gemacht, „Sea Of Love“ klingt, als wäre Adam Green bei Motown unter Ver­trag. Manch­mal aber sind die Songs auch Skiz­zen, die klin­gen wie ein Tag, der vor­bei­zieht. Mal bleibt etwas hän­gen, und man muss schmun­zeln, dann gibt es Jazz‐​Klänge die einem beha­gen und auch Zeit­punkte die einem davonfliegen.

The End Of Comedy“ ist ein Album, das sich und die Umwelt also nicht allzu ernst nimmt und das manch­mal zwin­gend ist und einem trotz­dem fast nicht auffällt.

Erschie­nen bei: Domino Records
drug​dea​ler​band​.band​camp​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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