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Donnerstag, 13. September 2018

********

The Drink

******** - The Drink
******** - The Drink

Bei ******** han­delt es sich sicher­lich um einen der kom­pli­zier­tes­ten Band­na­men der Musik­ge­schichte. Man fragt sich, warum man sich nicht einen ein­fa­chen Namen aus­sucht? Gerade in Zei­ten von Inter­net­such­ma­schi­nen ist ********, ziem­lich doof, man bekommt Ergeb­nisse für alles, doch auf die Band zu sto­ßen, ist extrem schwierig.

Viel­leicht ist der Grund, einen Mythos auf­zu­bauen, denn ihre ers­ten Songs konnte man über You‐​Tube‐​Account her­un­ter­la­den, doch recht­zei­tig zum Hype hat man die­sen deak­ti­viert. Doch eigent­lich müss­ten sie kein solch Bohei um den Namen machen (wobei die Band die­ses mit „The Drink“ über­setzt). Die Musik alleine reicht schon aus, um ein Mys­te­rium zu kre­ie­ren, wie auch die Tat­sa­che, dass auf ihren Debüt aller­hand Songs über Getränke zu fin­den sind:

Da wäre „Kin­der­punsch“ bei dem als ers­tes „We Wish You a Merry Christ­mas“ gesam­pelt wird, um dann von Lo‐​Fi‐​Synthie abge­löst zu wer­den, der mit nölen­dem Gesang beglei­tet wird. „Schwer­p­pes Bit­ter Leom“ streckt sich auf über acht Minu­ten aus und ist ein­deu­tig Post‐​Rock der alten Schule, der einen packt.

Scot­tish Water“ ist ver­stö­ren­der Avant­garde, der bestimmt einige Men­schen über­for­dern kann, zeigt aber, wie viel­sei­tig „********“ sind und dass sie auch Wag­nisse ein­ge­hen. „I´m A Zookee­per (Not a Goal­kee­per)“ ist auch son­der­bar und hat Computerspiel‐​Klänge.

Bei „Come­dian“ gibt es nichts zu lachen, dafür aber ver­stimm­ten Post‐​Punk mit Avantgarde‐​Krach. Die­ses Album ist ein ech­ter Bro­cken, den man sel­ten fin­det, und das nicht nur wegen des Namens. Herr­lich schief, den­noch bedroh­lich und skurril.

Erschie­nen bei: Domino /​Rough Trade
www​.domi​no​mu​sic​.com/​t​h​e​-​d​r​i​n​k​/​3​1​9​/​a​n​n​o​u​n​c​e​-​d​e​b​u​t​-​a​l​b​u​m​-​t​h​e​-​drink

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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