Donnerstag, 16. Februar 2012
The Disco BoysVom Erfolg beflügelt, hatten sie 2001 ihre erste eigene Compilation auf den Markt gebracht und auch nicht geahnt, dass hier eine der lukrativsten Serien ins Leben gerufen zu haben.
Jetzt sind mehr als zehn Jahre vergangen, und alle Farben haben sie für die Covergestaltung aufgebraucht. Auch wird es sicherlich nicht einfacher, alte Songs zu finden, die man mit den neuen verbinden kann, zumal sie die letzten Jahre eigentlich schon abgegrast haben.
Eigentlich müsste den beiden Herren mit der Sonnenbrille und den Anzügen die Munition ausgehen, doch das Gegenteil tritt ein. Diesmal ist das Cover mehrfarbig gestaltet, und zu den bekannten zwei CDs hat sich nun bei der zwölften Ausgabe eine dritte hinzugeschmuggelt. Die muss natürlich auch befüllt werden, dazu gehört dann auch eine gesunde Portion Selbstvertrauen. Denn ein guter Ruf als Plattenpartyanheizer steht auf dem Spiel.
Sagen wir es vorweg, sie haben die Aufgabe gemeistert, und nur wenige Momente sind mit Durststrecken bestückt. Das ist bei der ersten silberne Scheibe der Fall, da sind einige Tracks dabei, die man hinlänglich in anderen House‐Sets in den letzten Monaten gehört hat. Auch dass ein Rosenstolz‐Remix sich hier einschleicht, ist nicht zwingend für jeden ein Jubelfest.
Aber das ist eigentlich nicht weiter tragisch, schließlich gibt es viele tolle Momente. Wie beispielsweise den, dass man den alten ABC‐Hit „How To Be A Millionaire“ vor Jam Express aus dem letzten Jahren platziert, um dann noch den achtzigerjahre ElektroFunk von Debbie Deb zu legen. Auch alter Chicago‐Sound von Farley Jackmaster Funk liegt recht dicht bei so einer guten Elektronik‐Band wie GusGus.
Und auch dass man es schafft, so unterschiedliche Dekaden wie siebzigerjahre Discosound von Candymed, EBM von A Split Second mit neuen Hitwunder wie Bag Raiders zusammen zu legen.
Man kann kaum Schlechtes sagen, vielleicht dass keiner auf ein Remake von ATCs „Around The World“ gewartet hat, das hätten die Disco Boys nicht zwingend covern zu brauchen. Da sind wir aber kulant und sehen bei 60 Tracks die meisten auf der Haben‐Seite.
Erschienen bei: We Play
Direkt bei youtube schauen.