// Musik

Dienstag, 01. Mai 2018

Eels

The Deconstruction

Eels – The Deconstruction
Eels – The Deconstruction

Das Leben von Mark Oli­ver Everett ist sicher­lich nicht das Ein­fachste. Sein letz­tes Werk „The Cau­tio­nary Tales Of Mark Oli­veri Everett“ war ein sehr trau­ri­ger Bro­cken, in dem er sich für alles selbst die Schuld gab. Man fragte sich, wie denn nun der Nach­fol­ger klin­gen mag. Erste Ver­wun­de­rung, es dau­erte sehr lange bis es ein neues Album von The Eels gab.

Vier Jahre stri­chen ins Land bis „The Deconstruc­tion“ raus kam, und hier wim­melt es nun von nicht fröh­li­chen Songs, es ist aber auch nicht mehr so schwer­mü­tig und er betrach­tet sich mitt­ler­weile wesent­lich aus­ge­gli­che­ner. Er hat sich dies­mal nicht so sehr mit der Musik beschäf­tigt und hat die Songs in Etap­pen auf­ge­nom­men. Also immer dann wann es ihm passte und gefiel.

Zudem hat er sich sei­ner Vater‐​Rolle gewid­met und ein Kind kann einen Men­schen ver­än­dern. Das bemerkt man auch auf dem 14 Album des Indie‐​Kauzes. Gleich der Opener und zudem das Titel­stück ist text­lich aber auch musi­ka­lisch ver­söhn­lich. Akus­ti­sche Gitar­ren, Strei­cher und Sound die klin­gen als hätte Mis­ter E Musik für ein ruhi­gen Walt Dis­ney Film auf­ge­nom­men. Dazu ein paar Beats, die zärt­lich spar­sam sind und ganz neben­bei schält sich eine zier­li­che Melo­die frei.

Bei „Bone Dry“ wird die Gitarre und auch das Schlag­zeug ein wenig abge­dun­kelt und Mis­ter E singt brü­chig, und sogar ein schnö­des „Schu­pi­du­pidu“ klingt hier herr­lich. Auch „Rusty Pipes“ klingt ein wenig ver­wun­schen, wie das Titel­stück, hat nur nicht eine so kleine Melo­die. Diese Schief­lage macht dann aber „Today Is The Day“ weg, denn das ist ein Som­mer­hit im Eels Maß­stab mit einer wirk­lich fröh­li­chen Melodie.

You Are The Shin­ning Light“ geht auch sofort in alle Instan­zen, ins Ohr und sogar in die Beine, und ist eine Mischung aus Surf, Phil Spec­tor und Eel­si­schen Rock‐​Verständnis. Ein Song wie „Be Hurt“ hätte sicher­lich Beck gerne auf sei­nem letz­ten Album gehabt.

Die bei­den letz­ten Stü­cke „The Unans­wer­a­ble“ und „In Pur Cathe­dral“ sind dann aber doch eher grau gemalte Klang­bil­der, bei dem Mark Oli­ver Everett trau­rig zart vor sich hin grum­melt. „The Deconstruc­tion“ ist wie immer ein sehr viel­schich­ti­ges Werk gewor­den, also so wie man es von The Eels kennt.

Erschie­nen beii: PIAS /​Rough Trade
www​.eelst​he​band​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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