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Sonntag, 09. Dezember 2018

The Beatles

The Beatles (Deluxe Edition)

The Beatles – The Beatles (Deluxe Edition)
The Beatles – The Beatles (Deluxe Edition)

Das neunte Album von The Beat­les fei­ert die­ses Jahr ihr 50 jäh­ri­ges Jubi­läum. Es wurde 1968 ein­fach nach der Band benannt und recht schnell wurde es von der Musik­welt als „das weiße Album“ beti­telt. „The White Album“ ist sicher­lich die Lang­spiel­platte, die das Ende der Fab Four ein­leu­tete. Die bei­den Vor­gän­ger waren „Revol­ver“ und „Sgt. Pep­pers Lonely Heart Club Band“, Meis­ter­werke die meist noch Zusam­men­halt präsentierten.

Auf dem „The White Album“ ist davon nicht mehr so viel zu spü­ren. Zuge­ge­ben, das Songschreiber‐​Duo Len­non /​McCart­ney hat schon bei den vor­he­ri­gen Alben auch mal Lie­der von George Har­ri­son zuge­las­sen, doch damals haben die vier noch als Ein­heit funk­tio­niert. Das war bei „The Beat­les“ nicht mehr der Fall, bei eini­gen Auf­nah­men wie „Black­bird“ oder „Wild Honey Pie“war nur noch Paul im Stu­dio, „Julia“ nahm John alleine auf und Ringo Starr sang das Schlaf­lied „Good Night“ im Allein­gang ein.

Auch bei vie­len ande­ren Songs waren sie oft nicht als Quar­tett vor­han­den. Nach all den Jah­ren des stän­di­gen Zusam­men­ar­bei­ten haben sich die ein­zel­nen Cha­rak­ter gebil­det. Das ist sicher­lich schlecht für die Band‐​Konstellation gewe­sen, war das weiße Album aber ein Glücks­fall. Es ist und bleibt die viel­sei­tigste Platte der Beat­les. Es wurde viel aus­pro­biert und gewagt, was viel­leicht vor­her nicht mög­lich war.

Sanf­ter Folk „Blackbird“,Klang-Experimente „Glass Onion“, Hard‐​Rock und Metal Vor­bote „Hel­ter Skel­ter“, wild‐​brütiger Blues „Yer Blues“, psy­ched­li­scher son­der­ba­rer Hard­rock „Ever­y­bo­dys Got Some­thing To Hide Except Me And My Mon­key“, Protest‐​Song „Revo­lu­tion I & 9), melan­cho­li­scher Gitar­ren­rock „While My Gui­tar Gently Weeps“ oder auch schnö­der Schla­ger­pop „Ob – La – Di, Ob‐​La– Da“. Es war alles auf ein­mal mög­lich, nur hat sich auch jeder zurückgezogen.

Den­noch ist „The Beat­les“ sicher­lich eines der wich­tigs­ten Alben die­ser Band und auch der Musik­ge­schichte und des­we­gen ist man natür­lich gespannt auf die Deluxe‐​Edition. Und eini­ges auf der Bonus‐​CD oder Plat­ten ist tat­säch­lich noch unge­hört, oder es gibt sie nur auf sel­te­nen Boot­legs. Es gibt 27 Demo Ver­sio­nen, die zei­gen, dass einige Songs frü­her einen leicht ande­ren Drive hat­ten oder die Prio­ri­tä­ten der Arran­ge­ments anders gesetzt wurden.

Bei eini­gen Songs wie „Back In The USSR“ wird auch mal geblö­delt. Zusätz­lich gibt es 50 Alter­na­tive Takes. Einige Stü­cke wie „Child Of Nature“ wurde von John Len­non geschrie­ben, wurde aber erst bei sei­nen Solo­wer­ken ver­öf­fent­licht. Auch George Har­ri­son hat ein Lied auf­ge­nom­men, wel­ches psy­che­de­lisch klang, aber erst unter sei­nen Namen her­aus­ge­bracht wurde. Einige Auf­nah­men kann man auch auf „Antho­logy 3“ aus dem Jahre 1996 finden.

Aber sol­che Per­len, wie die redu­zierte Ver­sion des ohne­hin schon schö­nen „While My Gui­tar Gently Weeps“, klin­gen sehr direkt. Die Neu­auf­lage des Klas­si­kers „The Beat­les“ ist also eine kleine Fund­grube, und selbst ohne diese wäre die­ses Update schon schön, auf­grund der klang­li­chen Auf­ar­bei­tung in 5,1 Surround‐​Sound die Anschaf­fung jeden Cent wert. Bleibt auch im 2068 ein Klassiker!

Erschie­nen bei: Apple /​Uni­ver­sal
www​.the​beat​les​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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