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Mittwoch, 27. Januar 2016

Hurts

Surrender

Hurts – Surrender
Hurts – Surrender

Bei dem bri­ti­schen Duo Hurts ging alles rasend schnell. 2009 haben sie sich gegrün­det, ein Jahr spä­ter wurde die erste Sin­gle „Won­der­ful Life“ her­aus­ge­bracht, und das auf dem damals ange­sag­ten Label Kits­uné. Es wurde zu einem Hit auch außer­halb der Musik‐​Hipster und lan­dete welt­weit in den Charts.

Adam Ander­son und Theo Hutch­craft beka­men ver­edelte Plat­ten, und in Deutsch­land gewan­nen sie einen Echo als New­co­mer Inter­na­tio­nal. Das nennt man einen Kar­rie­re­start auf der Über­hol­spur. Doch man hat auch ein wenig das Gefühl, dass die­ser Schnell­start ziem­lich abge­bremst wor­den ist. Der Album‐​Nachfolger „Exile“ lan­dete bei­spiels­weise auch in den deut­schen Top Ten und auch in ihrer Hei­mat knackte sie die obers­ten zehn. Doch es gab kei­nen sol­chen Über­hit mehr, und so ist es auch mit ihrem drit­ten Werk „Surrender“.

Dabei gibt es hier auch einen Song wie „Stay“, der nennt sich „Wings“, und hat eben auch die epo­cha­len Chöre und die­ses Über­maß an Kitsch, das man gerade noch so aus­hal­ten kann. Auch die ande­ren Songs machen grund­sätz­lich nichts falsch, aber vie­les geht über das Über­maß an Pathos her­aus, wie etwa „Wish“ mit sei­nen Klavier‐​Klängen und dem Bros‐​Falsett‐​Gesang, und es trieft dann nur so.

Weight Of The World“ über­spannt den Bogen auch, auch hier so hoher Gesang und Schiller‐​Gedächtnis‐​Welt‐​Synthie‐​Sounds. Man wünscht sich bei „Sur­ren­der“ oft, dass sie von allem weni­ger ver­wen­den mögen, und bei besag­tem Song „Weight Of The World“ kann man sich vor­stel­len, dass er eigent­lich eine tolle Melo­die hat.

Rol­ling Stone“ hin­ge­gen schafft es, sich nicht zurück zuneh­men und bläht sich den­noch auf und tappt bei­nahe in Dubstep‐​Gefilde. Ledig­lich der durch den Vocoder gejagte Gesang geht einem auf die Ner­ven. Das Titel­stück besticht mit Gospel‐​Gesang und ist eben auch dicht an der „Stay“-Formel, und „Some Kind of Hea­ven“ ist zwar platt aber ein­gän­gig und kann gut im Radio lau­fen. Auch „Kalei­do­scope“ ist ein­gän­gig, aber gehalt­voll. „Lights“ ist purer Pop mit­samt Strei­chern und Gefühlen.

Sur­ren­der“ ist also eher ein Album, wel­ches sich im Mit­tel­maß bewegt und dafür sor­gen könnte, dass die Kar­riere ein Ende nimmt. Oder es tritt der Fall ein, dass sie jetzt eine Fan‐​Base auf­ge­baut haben, die eben die­sen Pathos‐​Synthie‐​Retro‐​Pop liebt. Ich würde es ihnen gönnen.

Erschie­nen bei: Sony Music
infor​ma​ti​onhurts​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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