// Musik

Mittwoch, 19. September 2018

Zeal & Ardor

Stranger Fruit

Zeal & Ardor – Stranger Fruit
Zeal & Ardor – Stranger Fruit

Als ich an die­ser Stelle über das Debüt von Zeal & Ador, „The Devil is Fine“, geschrie­ben habe, stan­den da fol­gende Wör­ter: „denn im Nor­mal­fall kann die Musik, die hier gebo­ten wird, nur einem klei­nen Kreis Men­schen gefal­len.“ Grund­sätz­lich hätte ich auch damit Recht gehabt, schließ­lich ist das Album ein ech­ter Bro­cken, über­all bestückt mit Noise in allen Variationen.

Trotz­dem ist Zeal & Ador damit rela­tiv erfolg­reich und einem brei­ten Publi­kum bekannt gewor­den, und hat neu­lich auf dem Wacken Open Air gespielt. Auch da ist seine Musik ein wenig exo­tisch. Da macht auch seine zweite Lang­spiel­platte „Stran­ger Fruit“ keine Aus­nahme, es ist immer noch Musik, die man in die­sem Zusam­men­hang gar nicht oder, wenn über­haupt, nur sehr sel­ten gehört hat.

Hier wird Lärm für viele Geschmä­cker erbar­mungs­los auf­ge­tischt und den­noch weist es auch ein paar fili­grane Momente auf. Es tau­chen immer mal wie­der kleine ruhige Oasen auf, nur hält man sich nicht lange auf. Kurz danach kann es vor­kom­men, dass Metal‐​Screams einem ent­ge­gen bret­tern, und dazu pras­seln noch die pas­sen­den Sound‐​Gewitter auf einen herunter.

Manuel Gagneux alias Zeal & Ador lebt auch wei­ter­hin seine Vor­liebe zum Gos­pel und Blues hier aus, nur sind diese ele­gan­ter ver­wo­ben als auf „The Devil Is Fine“. Da befin­det sich auch der Unter­schied zum Vor­gän­ger, hier sind die ein­zel­nen Stile und Ein­flüsse nicht so abrupt, und alles wirkt im Gan­zen viel schlüs­si­ger. Trotz­dem stillt Manuel Gagneux noch immer sei­nen musi­ka­li­schen Wis­sens­durst und begeis­tert damit den Hörer.

Stran­ger Fruit“ steht „The Devil Is Fine“ in nichts nach und ist auch eine Groß­tat für mehr Ohren, als ich je ver­mu­tet hätte.

Erschie­nen bei: MVKA /​Rough Trade
www​.zea​land​a​dor​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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