// Musik

Montag, 16. April 2018

George Ezra

Staying At Tamara´s

George Ezra  – Staying At Tamara´s
George Ezra – Staying At Tamara´s

George Ezra wurde vor vier Jah­ren mit dem Song „Buda­pest“ über Nacht berühmt, Als man die­sen Song hörte, dachte man anhand der ein­präg­sa­men Stimme, man müsse es mit einem Musi­ker zu tun haben, der schon immer Musik macht und bestimmt 50 Jahre alt ist.

Es klang soviel Erfah­rung darin mit. Die Erfah­rung hatte er gesam­melt, als er an sei­nem Debüt „Wan­ted On Voyage“ arbei­tet. Er reiste durch Europa, und dort kamen ihm die Ideen. Das ist jetzt vier Jahre her, und der 24‐​jährige Musi­ker wollte auch schon frü­her fer­tig sein mit dem Nach­fol­ger “Stay­ing At Tamara‘s“ .

Doch ihm fie­len in sei­nen eige­nen vier Wän­den keine neuen Ideen ein, und so kam er auf die Idee, die Songs in Bar­ce­lona zu schrei­ben. Doch er wollte nicht im Hotel leben und suchte jeman­den, bei dem er woh­nen kann. So lebte er bei einer jun­gen Frau, die Tamara heißt, und freund­li­cher­weise wid­mete Ezra ihr das Album.

Natür­lich ist der Zau­ber nicht so groß wie beim Erst­lings­werk, weil man nun ja weiß, das er eigent­lich ein jun­ger Spund ist und auch einen so läs­si­gen Song wie den Über­hit fin­det man nicht. Das bedeu­tet aber nicht, dass die Songs nicht grif­fig sind, es sind jede Menge unauf­ge­reg­ter Hits dabei.

Nur sind sie jetzt ein wenig ein­fa­cher und kom­mer­zi­el­ler arran­giert. Mehr Mehr­stim­mig­keit ist dabei, die Melo­dien ein­fa­cher und auch wesent­lich grö­ßer. Das beweist schon die Sin­gle „Don´t Mat­ter Now“, der mit jeder Menge Feelgood‐​Sounds daher kommt, mit Sprech­ge­sang, Blä­sern und dippdippdipp‐​Gesang bestückt ist, gute Laune macht und dabei recht klug klingt.

Das Gute an den meis­ten Song auf die­sem zwei­ten Lang­spie­ler ist, dass die Songs nie über­la­den klin­gen und somit immer ehr­lich, und noch immer hat er ein paar tolle Kniffe ein­ge­baut. So gibt es bei „Sug­ar­coat“ ein paar Paul-Simon-„Graceland“-Referenzen, und auch schüch­terne Bal­la­den wie „Hold My Girl“ wer­den zum Ende hin pracht­voll ohne Überfrachtung.

Auf „Stay­ing At Tamara´s“ schafft George Ezra das Kunst­stück, Musik zwi­schen Hand­made und Mas­sen zu schrei­ben. Es scheint, dass Tamara ein sehr sym­pa­thi­scher Mensch ist.

Erschie­nen bei: Sony Music
www​.geor​ge​ezra​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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