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Montag, 14. Januar 2019

Vera Sola

Shades

Vera Sola – Shades
Vera Sola – Shades

Hin­ter Vera Sola ver­birgt sich die Sän­ge­rin Dani­elle Aykroyd, und da dachte ich im ers­ten Moment, dass es doch lus­tig ist, dass sie den glei­chen Namen wie Dan Aykroyd hat. Doch bei der Recher­che stellte ich fest, dass Dani­elle tat­säch­lich die Toch­ter des bekann­ten Schau­spie­lers ist. Sie hätte es sich also sicher­lich sehr ein­fach machen kön­nen, und Papa hätte ihr einen Plat­ten­ver­trag besorgt.

Doch Dani­elle hat sich für den ehr­li­chen aber beschwer­li­che­ren Weg ent­schie­den, und so spielte sie lange Zeit in der Band von Song­wri­ter Elvis Per­kins und begab sich ent­spre­chend auf Tour. Neben­bei schrieb sie Musik für Film und Thea­ter, und den­noch ist ihr Name ein unbe­kann­ter. Sicher­lich auch, weil sie mit ihrem Künst­ler­na­men Vera Sola ihren bekann­ten Fami­li­en­na­men abge­legt hat.

Doch was man auf dem Debüt „Shades“ hört, ist auch nicht geeig­net für Men­schen, die nur Musik hören, die in der Yellow‐​Presss behan­delt wird. Die Musi­ke­rin macht Musik, die zwar im Song­wri­ter­tum behaf­tet ist, aber eben auch einem schwer im Magen lie­gen kann. In vie­len Momen­ten erlebt man spröde Lie­der, die meist auch ver­dun­kelt daher kom­men. Ver­mut­lich wur­den die Fens­ter mit schwe­ren Theater‐​Vorhängen zugezogen.

Doch es ist nicht so, dass ihre Songs melan­cho­lisch schüch­terne Expo­nate sind, auch wenn der Opener „Virgil´s Flowers“ am Anfang mit sei­nem Chor, Piano‐​Tupfern, Schlag­zeug adrett daher kommt. Bei die­sem Song ist Vera Sola ziem­lich dicht an den jun­gen The Rave­o­net­tes. Und auch die däni­sche Bands kann gerne mal wuch­tig wer­den. So ist es bei Vera Sola auch.

Sie kann unschul­dig schauen und dann soviel Wucht her­aus­hauen, dass selbst PJ Har­vey oder Chel­sea Wolfe in Momen­ten wie bei „The Cage“ oder gar dem Schluß­song „New Nights“ stau­nen wür­den. Doch auch die rest­li­chen Songs sind keine umgäng­li­chen Zeit­ge­nos­sen, die man neben­bei hört, es ist sinn­li­cher Blues, den­noch mit genug Mark im Rücken. Es ist Folk, aber kein kli­schee­haf­ter, und es ist Musik, die Phil Spec­tor machen würde, wenn er Musik für schwere Tage braucht.

Erschie­nen bei: Spec­tra­pho­nic Records
www​.ver​a​sola​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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