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Montag, 08. Oktober 2018

Unknown Mortal Orchestra

Sex & Food

Unknown Mortal Orchestra – Sex & Food
Unknown Mortal Orchestra – Sex & Food

Das Unknown Mor­tal Orches­tra kann sich nicht fest­le­gen und scheint irgend­wie auch rast­los zu sein. Damit ließe sich erklä­ren, wes­halb der Song „Ame­ri­can Guilt“ in Viet­nam geschrie­ben wurde, als ein schlim­mer Mon­sum wütete und dann im Grenz­ge­biet Mexi­cos voll­en­det wurde, als Trump gerade über eine Mauer redete.

Dem­ent­spre­chend ener­gie­ge­la­den und wütend klingt die­ses Lied, die Gitar­ren sind fuzzy, lär­mend und ver­zerrt, und alles hat noch Hard‐​Rock‐​Riffs über denen eine ordent­li­che psy­che­de­li­sche Wolke schwebt. Bei der Band aus dem Neu­see­län­di­schen Auck­land ist wei­ter­hin Vie­les mög­lich, und nicht umsonst haben sie Daft Punk, Led Zep­pe­lin, James Brown, Hip­Hop und „Thril­ler“ von Michael Jack­son als Ein­fluss genannt.

Passt auch alles, und natür­lich kommt man nicht drum herum zu erwäh­nen, dass hier vie­les nach Prince klingt. Man sagt ja auch, dass der kleine Mann aus Min­nea­pol­lis noch unzäh­lige Songs in der Schub­lade hatte. Neh­men wir an, Prince hätte mal Lust gehabt, ein Album auf­zu­neh­men, bei dem Dreck in den Arran­ge­ments zu hören ist. Und den­noch sprüht aus jeder Pore Groove, Funk, Sinn­lich­keit und Sex. Vie­les ist so unge­mein geschmei­dig und hat soviel Soul in sich wie „How Many Zeros“.

Not In Love We´re Just High“ ist rich­tig zeit­ge­nös­si­scher Soul, den man auch von Frank Ocean kennt, liebt und schätzt. Aber es gibt auch die Momente, wo der Soul einen ordent­li­chen Rock‐​Ritt ver­passt bekommt, wie bei „Major Lea­gue Che­mi­cals“, wel­ches Jack White bestimmt auch gerne auf sei­nem neuen Album gehabt hätte.

Sex & Food“ ist unge­mein gefühl­voll und steht dem Vor­gän­ger „Multi‐​Love“ in nichts nach.

Erschie­nen bei: Jag­ja­gu­war /​Cargo
unknown​mor​talor​ches​tra​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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