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Mittwoch, 27. Januar 2016

Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen

Rüttel mal am Käfig, die Affen sollen etwas machen!

Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen – Rüttel mal am Käfig, die Affen sollen etwas machen!
Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen – Rüttel mal am Käfig, die Affen sollen etwas machen!

Die Liga der gewöhn­li­chen Gent­le­men ist zurück in der Stadt, und das kann man auch wört­lich so ver­ste­hen, denn am 3. Februar machen sie Rast in der Kie­ler Schau­bude. Die Liga der gewöhn­li­chen Gent­le­men ist sicher­lich nett gemeint, doch gewöhn­lich sind sie nicht. Eher so etwas wie eine Mikro‐​Superband, die aus einem Teil der auf­ge­lös­ten und lieb­ge­won­ne­nen Band Super­punk besteht.

Zudem ver­voll­stän­di­gen die Band am Schlag­zeug Chris­toph Käh­ler (alias Zwa­nie Jon­son), Phi­lip Mor­ten Ande­mach (Gitarre, Saxo­phon) und der Tapete‐​Records‐​Inhaber Gun­ther Bus­kies (Key­board, Saxo­phon) . 2012 erschien mit „Jeder auf Erden ist wun­der­schön“ ihr Debüt, und 2014 folgte „Alle Ampeln auf Gelb“.

Rüt­tel mal am Käfig, die Affen sol­len etwas machen!“ ist nun der dritte Lang­spie­ler, und im Grunde ist alles gleich geblie­ben. Der Sound besteht nahezu immer aus fröh­lich wip­pen­dem Nort­hern Soul, und den­noch würde man der Band damit bei die­sem Album nicht ganz gerecht werden.

Denn die­ses Album hat zwar noch immer Punk im Kern, man hört es bei „Der Beste Zech­prel­ler der Welt“, den­noch sind die Songs noch ein wenig mehr Pop gewor­den. Ein wenig Ele­ganz schim­mert durch, und den­noch wird sich hier nir­gendwo ange­bie­dert. Selbst schö­ner Barock‐​Pop wie „Mrs Svend­sens Heim für Esel“ ist mög­lich. Dass die Ham­bur­ger For­ma­tion ganz neben­bei noch immer die bes­ten Mörder‐​Grooves zu bie­ten haben, wie bei „Das här­tes­ten Mäd­chen der Stadt“, ist auch noch zu erwähnen.

Auch blei­ben ihre Slo­gans unver­meid­lich schön und char­mant, was man beim Album­ti­tel schon erkennt. In die­sen ließe sich auch so aller­hand rein­in­ter­pre­tie­ren. Stich­fes­ter aber sind dann Texte wie „Arbeit ist ein Sechs­buch­sta­ben­wort“ bei dem die Kon­junk­tur und deren Fol­gen kri­ti­siert werden.

Bei „Die ganze Welt ist gegen mich (Blues For Rolf Wüthe­rich)“ wird dem Bei­fah­rer von James Dean die letzte Ehre erwie­sen. Auch, wenn es ziem­lich platt klingt, im Grunde soll und macht die Musik von Die Liga der gewöhn­li­chen Gent­le­men Spaß, und die­ses gelingt auf der Platte schon vor­züg­lich, vor allem wenn die Nach­barn mit hoher Laut­stärke beschallt werden.

Doch am bes­ten zusätz­lich noch am 3. Februar an der Tür der Kie­ler Schau­bude rütteln.

Erschie­nen bei: Tapete Records /​Indigo
die​gent​le​men​.de

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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