// RegionKiel

Dienstag, 10. April 2012

Die dritte Auflage

rudi rockt - Kochen in Kiel

Das Veranstaltungsplakat.
Das Veranstaltungsplakat.

Der Mensch muss essen, und das doch am liebs­ten in guter Gesell­schaft. Ob Restau­rant­be­such oder gemüt­li­che Schnib­bel­runde, gemein­sa­mes (für­ein­an­der) kochen boomt. Die Ver­an­stal­tung „rudi.rockt“ bringt lei­den­schaft­li­che Köche in Deutsch­lands Städ­ten zusam­men, und am 13. April fin­det bereits das dritte Event in Kiel statt. För­de­flüs­te­rin Daniela war beim ers­ten „rudi.rockt“-Abend im April 2011 dabei und berich­tet, was die Teil­neh­mer erwar­ten können.

Ich koche gern für Freunde und habe frü­her auch gern „das per­fekte Din­ner“ auf VOX gese­hen. Da gab es viel Inspi­ra­tion für neue Gerichte und nach Spaß sah es auch noch aus, wild­fremde Leute zu beko­chen. Wenn nur die­ses „in‐​den‐​Schubladen‐​schnüffeln“ nicht wäre! Und oben­auf diese „mein Boot‐​mein Auto‐​mein Haus“-Gespräche plus reich­lich Tak­tie­ren, weil man den ande­ren Teil­neh­mern den Sieg nicht gönnt. Neeneenee …

Abhilfe nahte durch den Link einer Freun­din mit Infor­ma­tio­nen zu „rudi.rockt“ (rudi steht dabei für „run­ning din­ner“). Es ist eigent­lich ganz ein­fach: Man nimmt als Zweier‐​Team an einem Drei‐​Gänge‐​Menü teil, von dem man einen Gang selbst kocht, für die ande­ren bei­den Gänge wild­fremde Men­schen besucht und sich von denen beko­chen läßt. Da beide männ­li­chen Part­ner sofort abwink­ten („das könnt ihr schön alleine machen!“) ent­schlos­sen wir uns, als weib­li­ches Team anzu­tre­ten und mel­de­ten uns unter rudi­rockt an: Kurz regis­trie­ren, ein wenig über sich selbst plau­dern, die eige­nen Kochs­kills ein­schät­zen und Lebens­mit­telun­ver­träg­lich­kei­ten oder „mag ik nik„s benen­nen, den zu kochen­den „Lieb­lings­gang“ ein­tra­gen und schon ist man dabei.

Da die Anmel­dung erst einen Tag vor der Ver­an­stal­tung geschlos­sen wird, kann man sich prima bis kurz vor­her über­le­gen, ob man mit­ma­chen will, doch für die Köche ist die Pla­nung somit eine kleine Her­aus­for­de­rung. Wir ent­schie­den uns für den Des­sert­gang und plan­ten fröh­lich ein paar gut vor­zu­be­rei­tende Lecke­reien sowie die pas­sen­den Getränke. Am Abend erhiel­ten wir dann unse­ren „Tou­ren­plan“: Zur Vor­speise sollte es zum Wil­helms­platz gehen, zum Haupt­gang an den Beginn des Kno­oper Wegs. Keine lan­gen Wege, das fan­den wir sehr prak­tisch. Unsere noch gehei­men Des­sert­part­ner waren nach den Anga­ben auf dem Rou­ten­plan sehr pfle­ge­leicht, nur eine leichte Lak­to­s­ein­to­le­ranz musste bedacht werden.

Mit Geschenk – oder ohne?

Da wir nicht genau wuß­ten, ob Gast­ge­schenke gefragt waren, wir uns also weder ohne Geschenk bla­mie­ren, noch unsere Mit‐​Dinierenden, soll­ten sie ohne Geschenk auf­tau­chen, brüs­kie­ren woll­ten, ent­schie­den wir uns für scho­ko­la­dige „Kiel‐​Fische“ als kleine Auf­merk­sam­keit. Zur Beru­hi­gung für alle, die jetzt eif­rig los­ren­nen wol­len – wir waren auch die Ein­zi­gen mit Geschenk.

Unsere ers­ten Gast­ge­ber waren zwei Jungs in einer WG, die Runde wurde durch zwei Mädels auf­ge­füllt. Mit „um die Drei­ßig“ waren wir ein wenig die „Omis“, aber das störte nie­man­den. Die Stim­mung war von Beginn an locker, alle hat­ten inter­es­sante Geschich­ten zu erzäh­len, wie sie nach Kiel gelangt waren. Als Vor­speise wurde ein früh­lings­fri­scher Salat mit Par­mesanchips sowie duf­ten­des Brot mit Sau­cen gereicht. Ruck­zuck war die Zeit auch schon um und alle drei „Pär­chen“ muss­ten sich bereits auf den Weg zu den Haupt­gän­gen machen. Man wünschte sich gegen­sei­tig viel Spaß bei den kom­men­den Genüs­sen und ver­schwand in alle Him­mels­rich­tun­gen. Wir zwei hat­ten Glück, dass wir nur fünf Minu­ten Fuß­weg hat­ten, andere schwan­gen sich auf die Räder und flitz­ten in die Wik.

Der Haupt­gang wurde eben­falls von zwei männ­li­chen rudi.rockt-Teilnehmern ser­viert und wie­der mal waren wir vom Fördeflüsterer‐​Team die ältes­ten. Uns und den bei­den jun­gen Damen, wel­che die Runde kom­plet­tier­ten, wur­den Cock­tails als Ape­ri­tif ser­viert, bevor es Risotto und frisch gegrillte Hähn­chen­spieße gab. Alles in allem eine spa­ßige Runde mit wit­zi­gen Anek­do­ten, auf wel­che Weise die Gast­ge­ber bereits die Pro­ble­ma­tik des „Schlüs­sel ver­ges­sens“ in der Woh­nung gelöst hatten.

Der eigene Gang

Viel zu früh mach­ten wir uns auf den Weg nach Hause, denn nun waren wir dran, ande­ren Gäs­ten das Des­sert zu ser­vie­ren. Da wir uns nur schwer ent­schei­den konn­ten, hat­ten wir drei kleine Por­tio­nen unter­schied­li­cher Des­serts berei­tet und dabei natür­lich dar­auf geach­tet, lak­to­se­freie Pro­dukte zu ver­wen­den. Ein Neben­ef­fekt ist, dass ich nun weiß, dass auch in Mar­ga­rine Milch ent­hal­ten sein kann und dass die Super­märkte sogar lak­to­se­freie But­ter anbieten.

Die vier Damen, die sich an unse­ren gedeck­ten Tisch setz­ten und mit Pro­secco auf den letz­ten Gang anstie­ßen, kamen eben­falls aus allen Him­mels­rich­tun­gen Kiels und genos­sen die ange­bo­te­nen Lecke­reien, beste­hend aus zwei­er­lei Scho­ko­mousse, Käse­ku­chen­brow­nies und selbst­ge­mach­tem Erd­bee­r­eis. Hat­ten sich die Gesprä­che beim ers­ten Gang noch vor allem um die Besu­cher selbst gedreht, ging es nun nach kur­zer Info über jeden in ers­ter Linie um die unter­schied­li­chen Erleb­nisse des Abends. Wir erfuh­ren von vega­nen Haupt­spei­sen und der Tat­sa­che, dass wir mit unse­ren vier „Koch­män­nern“ wohl die abso­lute Aus­nahme erlebt hat­ten, da alle ande­ren Teil­neh­me­rin­nen bis­her nur auf weib­li­che Köchin­nen und Gäste getrof­fen waren. Viel zu früh ver­schwan­den die ers­ten Gäste zum nächs­ten Ter­min auf der rudi.rockt-Agenda, einer Abschluß‐​Party in der Berg­strasse. Wir folg­ten eben­falls nach dem Auf­räu­men, und freu­ten uns, einige unse­rer Din­ner­part­ner wie­der zu tref­fen. Nach eini­gen Geträn­ken außer­halb des Clubs und eini­gen net­ten Gesprä­chen endete der Abend für die „älte­ren Semes­ter“ ein wenig frü­her, aber mit dem Fazit: „Das machen wir mal wieder!“

Rudi.rockt am 13. April in Kiel

Wer nach die­sem Bericht unbe­dingt selbst teil­neh­men möchte, sucht sich schnell einen Part­ner und mel­det sich unter Rudi.rockt.Kiel Vol.3 bis zum 12. April, 11 Uhr an, nennt seine Vor­lie­ben und Abnei­gun­gen und war­tet auf die geheim­nis­volle Mail mit dem per­sön­li­chen Ablauf­plan für den Frei­tag­abend. Die Party in der Nacht wird die­ses Mal im Café Pholl­kom­plex statt­fin­den. Neben­bei enga­giert man sich auch für einen guten Zweck, denn ein Teil des Gewinns der Geträn­ke­ver­käufe kommt dem Was­ser­hilfs­pro­jekt Viva con agua, über das wir im För­de­flüs­te­rer ja bereits einige Male berich­ten haben, zu Gute. Wir wün­schen allen Teil­neh­mern viel Spaß!

Über den Autor

Daniela Sonders Daniela Sonders

Suchte 2008 nach kiel4kiel und fand den För­de­flüs­te­rer. Wollte eigent­lich nur hier und da mal ne Kino­kri­tik schrei­ben und ver­sucht jetzt, die­sen herr­lich wuse­li­gen Laden in Schach zu hal­ten. Das hat sie nun davon. Inter­es­sen: Poli­tik, Medien, Bür­ger­rechte, Filme, Kochen und alles rund um Kiel.

facebook

 

Werbung