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Donnerstag, 01. Februar 2018

Van Morrison

Roll With The Punches & Versatile

Van Morrison – Roll With The Punches & Versatile
Van Morrison – Roll With The Punches & Versatile

Van Mor­ri­son ist schon seit jeher immer aktiv gewe­sen, und wenn er Lust hatte, eine Platte auf­zu­neh­men, dann hat er es gemacht. Dass er sich dabei musi­ka­lisch immer sehr viel­sei­tig gezeigt hat, ist viel­leicht nicht jedem auf­ge­fal­len. Aber wer es nicht mit­be­kom­men hat, der konnte diese Viel­falt letz­tes Jahr gut beobachten.

Mit „ Roll With The Pun­ches“ und „Ver­sa­tile“ hat der 72 jäh­rige nun zwei neue Alben fer­tig. Beide Werke sind aber den­noch sehr unter­schied­lich, zei­gen aber seine wich­tigs­ten musi­ka­li­schen Prä­fe­ren­zen. Aber fan­gen wir mit dem ers­ten Lang­spie­ler „Roll With The Pun­ches“ an.

Auf die­sem wid­met er sich dem Rhythm and Blues und hat neben eini­gen eige­nen und neuen Stü­cken sich dies­mal auch viele Klas­si­ker die­ses Gen­res vor­ge­nom­men. Die Band­breite reicht von Bo Didd­ley über Sis­ter Rosetta Tharpe bis hin zu Lightnin´Hopkins. Dabei gelingt ihm der Spa­gat, seine Songs mit den bekann­ten Stü­cken zu ver­bin­den, ohne dass man hier irgend­wie bemerkt, dass vie­les von ande­ren Federn geschrie­ben wurde.

Doch man erwar­tet auch nichts ande­res, denn zum einen sind die Stü­cke von Van Mor­ri­son geschrie­ben, und zum ande­ren hat er wirk­lich erle­se­nen Stu­dio­mu­si­ker bei denen keine Gerin­ge­ren als Chris Far­lowe, Geor­gie Fame, Jeff Beck, Paul Jones und Jason Rebello dabei waren. Man merkt, dass es dem Meis­ter und sei­nen Musi­kern hier eine wahre Freude ist, diese Stü­cke neu zu inter­pre­tie­ren und seine Hel­den zu ehren.

Das glei­che Prin­zip hört man auf „Ver­sa­tile“, nur dass es hier um Jazz geht. Es ist nicht so eigen­stän­dig wie bei sei­nem 70er Klas­si­ker „Moon­dance“. Hier spielt der Nord‐​Ire doch recht brav durch den Unterhaltungs‐​Jazz. Man hat auch das Gefühl, dass er hier eini­gen Zuhö­rern die­ses Genre näher­brin­gen will und geht auf Num­mer sicher. So covert er Stan­dards wie „I Get A Kick Out Of You“, „A Foggy Day“ oder „Unchai­ned Melody“. Diese wer­den auch immer so prä­sen­tiert, dass ein biss­chen Swing mit dabei ist.

Man kann auch sagen, dass er auf „Ver­sa­tile“ einen Streif­zug durch Jazz‐​Nachtclubs wagt, nur dass er die ver­ruch­ten aus­lässt, dabei gerne in Bar‐​Jazz und Hotel‐​Lounge‐​Räumen schweift und immer den Swing bei­be­hält. Auch hier ist alles ziem­lich geschmacks­si­cher arran­giert. Die Blä­ser wer­den gekonnt ein­ge­setzt und sor­gen für Glanz, das Schlag­zeug wird gerne im Hin­ter­grund gespielt und auch mal mit dem Besen. Pia­no­spiel, das flott dabei und immer beseelt ist, und auch ein Saxo­phon darf in die­ser Umge­bung nicht feh­len. Auch hier füh­len sich seine eige­nen Stü­cke sehr hei­misch und bet­ten sich gut ein.

Klar, beide Lang­spiel­plat­ten wer­den keine Klas­si­ker in sei­ner sehr groß­zü­gi­gen Dis­ko­gra­phie, doch das wäre auch kaum möglich.

Erschie­nen bei: Caro­line /​Uni­ver­sal
www​.van​mor​ri​son​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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