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Freitag, 23. Februar 2018

Eera

Reflaction Of Youth

Eera – Reflaction Of Youth
Eera – Reflaction Of Youth

Oft sehnt man sich nach sei­ner Jugend und kann sich den­noch fra­gen, wieso das so ist. Zurück­bli­ckend betrach­tet man vie­les von frü­her ein­fach unbe­schwer­ter und denkt, dass alles von einer Leich­tig­keit geprägt war.

Doch wenn man ehr­lich ist, ist es eine ver­dammt ver­wir­rende Zeit, in der man auch aller­hand Sor­gen hat. Nur sind diese ganz andere Sor­gen, und man begreift vie­les erst spä­ter. Von die­ser Zeit singt Anna Lena von der Band Eera. Sie stammt aus Nor­we­gen und ist nach Eng­land gezo­gen, um Eera zu grün­den. Dabei ist die Auf­ar­bei­tung der Zeit des Her­an­wach­sens nicht gerade von Leich­tig­keit getrieben.

Es sind bit­ter­süße Texte mit den Sor­gen, die man als jun­ger Mensch so hat. Von Ängs­ten und Unsi­cher­hei­ten han­deln diese Lie­der, und ent­spre­chend dun­kel sind sie dann auch. Anna Lenas Gesang ver­strömt immer eine gewisse Dis­tanz und ergreift einen den­noch. Sehr getra­gen trägt sie diese Lie­der vor, und gerne bewe­gen sich die gan­zen Arran­ge­ments auch in sehr lang­sa­mer aber erha­be­ner schwar­zer Klang­farbe daher.

Man ist nicht ver­wun­dert, wenn die gebür­tige Nor­we­ge­rin gerne mit Cat Power oder PJ Har­vey ver­gli­chen wird. Bei „I Wanna Dance“ kann man aber auch an Chel­sea Wol­fes Düs­ter­heit den­ken, bei der sich melan­cho­li­scher Gesang mit Rock ver­mischt. Oder beim Opener „Living“, wo Anna Lena Text­zei­len ver­wen­det, die eben auch PJ Har­vey gut zu Gesicht ste­hen würden.

Oder wie wucht­voll und den­noch fili­gran „Wise Man“ aus­ge­ar­bei­tet ist, und wenn dann zum Ende die Arran­ge­ments kraft­vol­ler wer­den, die Gitar­ren rauer und ein Chor sich dazu gesellt, dann weiß man, dass Eera neben „Reflac­tion Of Youth“ in Zukunft noch weg­wei­sende Plat­ten ver­öf­fent­li­chen können.

Erschie­nen bei: Big Dada /​Rough Trade
eera​mu​sic​.band​camp​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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