// Konzertreview

Freitag, 18. November 2011

“Endlich wieder in Kiel!”

Phillip Boa & the Voodoo Club

Phillip Boa und Pia Lund mit Musikern des Voodoo Clubs in der Kieler Pumpe
Phillip Boa und Pia Lund mit Musikern des Voodoo Clubs in der Kieler Pumpe

Mit einer musi­ka­li­schen Zeit­reise lockte „Phil­lip Boa & The Voo­doo Club“ am 17. Novem­ber über 400 Besu­cher in die Pumpe. Wer zu die­sem Kon­zert gekom­men war, wusste was ihn erwar­tet: guter alter Indie‐​Rock, ent­stan­den aus der Wave­szene der 80er Jahren.

Mit einer Viel­zahl an Songs, die größ­ten­teils aus den im Herbst 2011 wie­der­ver­öf­fent­lich­ten Alben „Helios“ und „BOAphe­nia“ stamm­ten, schaffte die Band ein gutes Kon­zert auf die Bühne zu brin­gen. Eine fried­li­che, freund­li­che Atmo­sphäre im dunk­len Saal erin­nert an alte Szene­club­zei­ten Anfang der 90er, in denen die Band bekannt wurde.

Der Ein­stiegs­ti­tel „Eupho­ria“, der gemein­sam mit Sän­ge­rin Pia Lund gesun­gen wurde, bot einen guten Start für eine Fan­ge­meinde, die nicht erst über­zeugt wer­den muss. Das Publi­kum kannte die Musik meist aus ihrer Jugend und war dem­ent­spre­chend auch Größ­ten­teils der Ü– 30ern zuzuordnen.

End­lich wie­der in Kiel! Und das nach 22 Jah­ren!“ rief jemand begeis­tert aus dem Publi­kum zu. „Das stimmt nicht! Wir waren zwi­schen­durch auch wie­der hier. Nur Du warst nicht da!“ erwi­derte Phil­lip Boa, der ansons­ten recht wenig Kom­men­tare zwi­schen den Lie­dern von sich gab.

Der Wech­sel zwi­schen ruhi­gen Lie­dern und schnel­le­ren Stü­cken sorgte für eine ange­nehme Mischung. Es wurde aus­ge­las­sen getanzt oder zurück­hal­tend mit­be­wegt. Phil­lip Boa schie­nen die schnel­le­ren Songs bes­ser zu gefal­len, denn er wirkte aus­ge­las­se­ner, wenn er das Publi­kum mit­ein­be­zie­hen konnte. Die­ses nahm die Auf­for­de­rung gerne zum Anlass noch mehr Ein­satz zu zeigen.Das bekann­tes­ten Stück „Con­tai­ner Love“ wurde mit Begeis­te­rung erwar­ten und ent­spre­chend umjubelt.

Als Zuga­ben gab es das ver­träumte „And then she kis­sed her“ und das Publi­kum unter­stützte hin­ge­bungs­voll den Gesang. Es folgt das Cover „Love will tear us apart“ von Joy Divi­sion, einer Band, die Phil­lip Boa zu sei­ner Musik inspi­riert hat. Als krö­nen­der Abschluss wurde es noch­mal rockig schnell und alle san­gen mit bei „Kill your Ideals“.

Ein opti­mal ein­ge­stell­ter Sound macht das Kon­zert zu einem ange­neh­men Klang­er­leb­nis. Nach all den Jah­ren hat die Band wie­der­mal bewie­sen, dass sie als Live­band ihr Hand­werk ver­ste­hen. Und der eine oder andere wird sich sicher­lich die alten Alben noch am sel­ben Abend zuge­legt haben.

Über den Autor

Brigitte K. Bock Brigitte K. Bock

Die Tier­psy­cho­lo­gin und ange­hende Fach­jour­na­lis­tin liebt Kiel und Musik. Des­halb schreibt sie in ihrer Frei­zeit für den Fördeflüsterer.

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