// Musik

Samstag, 16. September 2017

Coldcut X On-U Sound

Outside The Echo Chamber

Coldcut X On-U Sound – Outside The Echo Chamber
Coldcut X On-U Sound – Outside The Echo Chamber

Wann sich Cold­cut ganz genau gegrün­det haben, weiß kei­ner so rich­tig genau, aber immer­hin steht der Januar 1987 fest. Genauer Tag ist nicht ganz genau über­lie­fert. Doch als Matt Black und Jona­than More noch nicht als Cold­cut unter­wegs waren, haben sie sich schon nahezu jede Platte gekauft, auf der der Name Adrian Sher­wood draufstand.

Das waren doch so einige, jede Menge Dub– und Reggae‐​Platten waren es, und auch viele von Acts, die aus der expe­ri­men­tel­len Ecke stam­men. Den Ein­schlag konnte man dann auch auf deren vier­ter Sin­gle „Stop This Crazy Thing“ hören, wel­ches sie mit dem Black‐​Uhuru‐​Leadsänger Junior Reid auf­ge­nom­men haben. Ein erst­klas­si­ger Reggae‐​Tune mit jeder Menge Dyna­mik und den­noch vom Dance­hall ent­fernt, aber auch ver­trackt genug, um nicht als typi­scher Reggae‐​Song dekla­riert zu werden.

Die Liebe zu eben die­sem Genre und zu Sher­wood war schon immer prä­sent. Beide Acts sind auch schon lange Jahr­zehnte als Musi­ker tätig, und trotz­dem hat es Jahre gedau­ert, bis beide Künst­ler zuein­an­der gefun­den haben. Cold­cut X On‐​U Sound heißt das Pro­jekt, On‐​U‐​Sound ist eine Anspie­lung auf eines von Sher­woods Labels.

Das pas­sende Album trägt den Namen „Outs­ide The Echo Cham­ber“. Auch hier merkt man, dass sich Cold­cut sich weit vor Sher­wood ver­beu­gen, und so trägt die­ses Werk auch wesent­lich mehr die Hand­schrift des umtrie­bi­gen Pro­du­zen­ten. Wenige elek­tro­ni­sche Klänge und auch keine klas­si­schen Cut‐​Techniken oder ver­win­kelte Beats kann man ver­neh­men. Statt­des­sen jede Menge Reg­gae– und noch mehr Dub‐​Sounds, die aber sel­ten zu ent­spannt daher kom­men. Es ist immer genug Druck und Drive anwe­send, was vor allem mit dem Echo und Hall erzielt wird.

Aber man darf auch nicht ver­ges­sen, dass die wei­te­ren Gäste hier oft noch ihren Stem­pel auf­setz­ten. Der Opener „Vitals“ mit Roots Manuva ist ein Spooky‐​Dub‐​Stück mit HipHop‐​Einschlag gewor­den, „Ever­y­day Ano­ther Sanc­tion“ mit Che­zi­dek ein ent­spann­tes Reggae‐​Stück, wel­ches zudem ein­gän­gig und fast schon bal­la­desk gera­ten ist. „Make Up Your Mind“ mit Ce´Cile ist zwar auch dem Genre ver­haf­tet, hat aber einen sou­li­gen Gesang.

Das Kern­stück ist sicher­lich „Divide And Rule“, wel­ches mit Lee „Scratch“ Perry, Elan und (da schließt sich der Kreis) Junior Reid auf­ge­no­men wurde, auch eher von der ruhi­gen Sorte, hat aber einen tie­fen Dub-Lee“Scratch“Perry-Bass und einen fast schon (zu) pop­pi­gen Refrain. Bei „Rob­bery“ wird es noch mal ein wenig HipHop‐​lastig.

Aus­ge­rech­net beim letz­ten Stück „Lived Hip Hop“ erlebt man einen der weni­gen Momente, den man Cold­cut zuschrei­ben würde. Kräf­tige Beats, geloop­ter Gesang, der schnell im Kopf bleibt und ein gewis­ser obsku­rer Hang zur Tanzbarkeit.

Erschie­nen bei: Ahead Of Our Time /​Ninja Tune /​Rough Trade
cold​cut​.net

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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