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Dienstag, 14. März 2017

OTAGO

Otago

OTAGO – Otago
OTAGO – Otago

Otago ist eine Uni­ver­si­täts­stadt im ent­fern­ten Neu­see­land. Wenn man seine Band und auch sein Album so nennt, dann kann man also den­ken, dass sie vom ande­ren Ende der Welt kom­men. Doch OTAGO stam­men aus Würz­burg. Oder möchte man lie­ber sagen, dass Han­nes Witt­mer aus die­ser Stadt kommt?

Han­nes Witt­mer ist 1986 gebo­ren und hat 2010 sein Solo­de­büt „Boden­angst“ auf dem klei­nen Label „Mai­risch“ ver­öf­fent­licht. Es folgte noch ein Wei­te­res aus dem Hause und das Dritte „End­lich nichts“ hat er bei Grand Hotel Van Cleef her­aus­ge­bracht. Das war 2014 und zwi­schen­zeit­lich hat er sich den alten Ego Spa­ce­man Spiff zuge­legt und mit Click­click­de­cker noch mal auf die Schnelle eine Split‐​Single rausgehauen.

Irgend­wie wollte er aber nicht mehr ganz alleine an Songs arbei­ten, und hat sich OTAGO umbe­nannt, aber den­noch ist vie­les gleich geblie­ben, nur wenig wurde ver­än­dert. Es sind noch immer sehr fili­grane Songs, wobei sie dies­mal noch lei­ser daher kom­men. Aber leise bedeu­tet nicht, dass sie unschein­bar sind. Man muss aber genau zuhö­ren um zu ent­de­cken wie viele Fein­hei­ten erar­bei­tet wurden.

Der Opener mit dem leicht irri­tie­ren­den Namen „This Is Not The Start“ kommt mit einer sanf­ten Akkustik‐​Gitarre daher, aber im Hin­ter­grund bäu­men sich schon fein­sin­nige Strei­cher gemein­sam mit gut plat­zier­ten Schlag­werk auf. Es erklin­gen dann kurz vor dem rich­ti­gen Auf­bau­men sub­tile elek­tro­ni­sche Klänge und natür­lich der Gesang von Han­nes Witt­mer. Die­ser ist schmei­chelnd und wird gerne geschich­tet. Ver­träumt, aber den­noch kom­pakt genug um immer wie­der schöne Spannngs­bil­der zu erschaffen.

Das ist auch das Kunst­stück wel­ches Witt­mer mit sei­nen vier Mit­strei­tern hier auf­ti­schen. Doch anders als bei sei­nen ande­ren Unter­neh­mun­gen sind die Songs dies­mal in eng­lisch gesun­gen, dadurch durch­drin­gen die Texte einen nicht so schnell im Kopf, hat aber den Vor­teil, dass man sich von den Klän­gen lei­ten lässt. Das macht auch unheim­lich Spass, denn es ist Kam­mer­pop und trotz­dem Folk den man hier hört.

Viele kleine Nuan­cen sor­gen dafür, dass es immer inter­es­sant bleibt, aber den­noch bie­dert sich kei­ner der Lie­der an. Dafür sind die Songs auch ein wenig zu melan­cho­lisch arran­giert, wie etwa „Keep It, Loose It, Miss It“. Doch viele Momente haben einen Milchglaß‐​Klang und sind, wie beschrie­ben feinsinnig.

Erschie­nen bei: Marish Ver­lag /​Bro­ken Silence
www​.thi​s​i​sot​ago​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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