// Musik

Sonntag, 20. März 2016

Bianca Casady & The C.i.A

Oscar Hocks

Bianca Casady & The C.i.A – Oscar Hocks
Bianca Casady & The C.i.A – Oscar Hocks

Wie würde es klin­gen wenn eine der bei­den Schwes­tern von Coco­Ro­sie eine Solo‐​Platte machen würde? Kom­men dann auf ein­mal kon­ven­tio­nelle Songs her­aus, die man sogar als rich­tige kleine Hits beti­teln würde? Wer­den die Son­g­li­nien auf ein­mal gerade, und wären die Arran­ge­ments dann nicht mehr verspielt?

Man kann sich eigent­lich nicht so recht vor­stel­len, dass die bei­den Casady‐​Schwester mal wie­der getrennte Wege gehen wür­den, wobei sie sich vor Band­grün­dung lange Zeit nicht gese­hen hat­ten. Nun ist es aber pas­siert, die jün­gere Bianca hat mit „Oscar Hocks“ ihr Solo‐​Debüt fertig.

Die große Über­ra­schung ist, dass sich musi­ka­lisch nicht viel geän­dert hat. Viel­leicht, dass die Songs noch eine Spur abwe­gi­ger erschei­nen und man auf den Zwang, eine grif­fige Melo­die zu erschaf­fen, nun noch mehr pfeift. Es ist wei­ter­hin Weird oder Freak‐​Folk, nur eine Spur splee­ni­ger als zuvor. Man konnte es aber schon erah­nen, dass sich Bianca Casady treu bleibt, denn sie hat zuvor zwei Videos ins Netz geworfen.

Zudem hat sie mit der Band The C.i.A die Songs schon seit ca. einem hal­bem Jahr live gespielt. Nun wur­den sie auf einem Ton­trä­ger kon­ser­viert. Sie sind ein wenig kar­ger inter­pre­tiert, und den­noch alles andere als gewöhn­lich. Man muss nur „Road Kill“ hören, das klingt, als würde man hier ein Geister‐​Kabarett hören, bei dem ab und dann ein Sai­ten­in­stru­mennt gezupft wird, aller­hand andere Geräu­sche klim­pern im Hin­ter­grund, und Bianca singt und quakt sich durch den Song.

Das Titel­stück klingt wie eine Cover­ver­sion von Radio­heads „Fit­ter Hap­pier“, nur eben ver­schro­ben. „Poor Deal“ ist wind­schie­fer Tri­p­Hop, und der Opener „Hay Loft$“ und ist eine Tränen‐​Ballade mit Spieluhren‐​Elementen und aller­hand ande­ren Raschel‐​, Klimper‐​Geräuschen und Gei­gen und Klavier‐​Stückchen.

Oscar Hocks“ zeigt viel­leicht noch mehr Facet­ten als gemein­sam mit ihrer Schwes­ter, auch wenn diese nur mar­gi­nal erkenn­bar sind. Was man aber erkennt ist, dass die Songs wesent­lich dunk­ler sind, und manch­mal klingt es wie ein zar­ter Alb­traum. Eine bizarre Platte ist „Oscar Hocks“ gewor­den, aber was hat man denn ehr­lich von einem Bianca‐​Casady‐​Album erwartet?

Erschie­nen bei: Fan­tasy Music /​Indigo
www​.face​book​.com/​B​i​a​n​c​a​-​C​a​s​a​d​y​-​t​h​e​-​C​i​A​-​1​8​6​7​9​2​6​1​3​0​0​9​8250/

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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