// Musik

Dienstag, 07. November 2017

William Patrick Corgan

Ogilala

William Patrick Corgan – Ogilala
William Patrick Corgan – Ogilala

Man kann ver­mu­ten, dass „Ogil­ala“ das per­sön­lichste Album des The Sma­shing Pump­kins– Front­manns Billy Cor­gan ist. Dies­mal nennt er sich beim bür­ger­li­chen Namen – Wil­liam Patrick Cor­gan – und im Gegen­satz zu sei­nem letz­ten Band‐​Album setzt er sich jetzt auch musi­ka­lisch engere Grenzen.

Eini­gen Fans wird die­ses Werk viel­leicht zu belang­los sein. Es feh­len ein­deu­tig die typi­schen dra­ma­ti­schen Rock­songs, obwohl es von Rick Rubin pro­du­ziert wurde. Wenn man das liest und die­ses zweite Solo‐​Werk des fünf­zig­jäh­ri­gen Musi­kers hört, könnte man fast ver­mu­ten, dass Rubin das glei­che mit Cor­gan vor­hat was er mit Cash gemacht hat. Ein Album von einem Musi­ker, den man schon fast ein wenig abge­schrie­ben hat, mit redu­zier­ten Songs.

Ein biss­chen passt es schon, denn sein letz­tes Meis­ter­werk liegt lange zurück und seit­dem war­tet der Fan auf einen Lang­spie­ler der einen umhaut. Das schafft auch „Ogil­ala“ nicht, aber es zeigt eine andere Seite von Cor­gan. Ein Musi­ker, der dies­mal für Klar­heit sorgt und seine Songs nicht auf Bom­bast bauen muss. Er steht sich nicht im Weg. Die elf Songs sind auch nur bei den ers­ten Durch­läu­fen nicht griffig.

Man muss ihnen die Zeit geben, dann fan­gen einige Songs an schön zu strah­len, wie dass Piano‐​Stück „Mana­rynne“. Der Opener „Zowie“ ist eine Bal­lade, die auch bei sei­ner Band gut gepasst hätte, zudem ist auch eine Bowie‐​Homage. Für die Fans ist sicher­lich „Pro­ces­sio­nal“ der span­nendste Song, und das nicht weil die Gitarre hier das Lied bestimmt.

Sein ehe­ma­li­ger Weg­ge­fährte James Iha hat bei die­sem Lied mit­ge­hol­fen, und das zusam­men mit der Tat­sa­che, dass Cor­gan letz­tens sagte, dass er sich mit den alten The Sma­shing Pump­kins Musi­kern wie­der gut ver­steht, sorgt für heim­li­che Hoff­nung, dass es viel­leicht doch noch­mal ein packen­des Album der Band geben wird.

Ver­mut­lich hätte sich jeder Anhän­ger lie­ber eine neue LP von den Neun­zi­ger– Jahre‐​Helden gewünscht als „Ogil­ala“. Trotz­dem ist die­ses stille Werk von Wil­liam Patrick Cor­gan eine der schö­ne­ren Plat­ten von ihm, nur nicht die spektakulärste.

Erschie­nen bei: BMG /​War­ner
ogil​ala​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

Kommentare


Du bist nicht eingeloggt. Der Fördeflüsterer würde sich freuen, wenn Du Dich anmeldest oder Dich registrierst.

facebook

 

Hosting

 

Werbung