Mittwoch, 22. Februar 2012
Neu auf DVDDie toughe Polizistin Katrine Ries Jensen, in ihrer Jugend selbst Opfer familiärer Gewalt, ist eine echte Kämpfernatur. Sie kann nicht nur hervorragend mit der Waffe umgehen, auch ihr Boxtraining verhilft ihr gleichermaßen zu physischer und mentaler Stärke. Gerade mal 27, bekommt sie ihren ersten eigenen Fall als stellvertretende Leiterin der Mordkommission: In einem entlegenen Waldstück wird das Skelett einer jungen Frau gefunden. Am Tatort angekommen durchsucht ihr Kollege Molbeck einen in der Nähe stehenden Wohnwagen, aus dem ihm ein bewaffneter Mann entgegen springt. Katrine reagiert und zückt ebenfalls ihre Waffe, die sie, um ihren Kollegen zu beschützen, auch benutzen muss. Der im Wohnwagen untergeschlüpfte und gerade aus dem Gefängnis entlassene Drogendealer wird dabei nur leicht verletzt, jedoch wird Katrine der Fall von ihrem ansonsten wohlwollenden Chef Magnus Bisgaard (Mads Mikkelsens Bruder Lars, bekannt aus „Kommissarin Lund“) kurzerhand wieder entzogen. Gegen seinen Willen recherchiert Katrine nun alleine in diesem Fall. Dabei stößt sie im Polizeiarchiv auf einen Artikel des Kriminalpsychologen Thomas Schaeffer. Katrine gelingt es, Thomas zu überreden, wieder für die Polizei zu arbeiten, was er nach einer Fehleinschätzung in seiner Polizei‐Vergangenheit eigentlich nie wieder tun wollte. Gemeinsam finden sie weitere Skelette und versuchen, ein Profil des mutmaßlichen Serienmörders Dänemarks (zu erstellen und müssen dabei auch unkonventionelle Methoden anwenden. Während der Ermittlungen gerät Katrine in den Fokus des Killers und wird von ihm als sein nächstes Opfer ausgewählt.
Nun also noch eine nordische Krimiserie. Das ist im ersten Augenblick kein Nachteil, denn Serien aus dem skandinavischen Raum eilt ein gewisser Ruf voraus. Viele dieser TV‐Produktionen sind regelmäßig nicht‐amerikanische Emmy‐Gewinner. „Nordlicht“ wird diese Ehre aber zumindest in der ersten Staffel wohl nicht zuteil werden. Vielleicht ist man als Zuschauer ein wenig zu verwöhnt, jedoch bietet „Mörder ohne Reue“ nichts wirklich neues. Im Gegenteil: Die Figuren sind erheblich klischeehafter gezeichnet als ihre Vorgänger bzw. Serienkollegen, die Geschichten weniger vielschichtig. Teilweise beginnt ein leichtes Fremdschämen, wenn man die weibliche Hauptfigur in den Wald begleiten muss und aufgrund von Bildsprache und Musikeinsatz schon früh feststeht, dass diese Situation nicht gut für sie ausgehen wird. Zuschauer, die eher die behäbige Art des Inspector Barnaby oder die ermittlerischen Tätigkeiten von Komissar Beck erwarten, werden wohl von der hohen Brutalitätsdichte ein wenig abgeschreckt werden. Auch fällt es dem Krimifan zeitweilig schwer, bei der Motivsuche „mitzuhelfen“, wenn der Clou sich erst im letzten Moment offenbart – wenn überhaupt. Positiv bleibt die Ausstattung im Gedächtnis. Die Art der Aufnahmen, in blau getauchte Stimmungen lassen schnell ein „skandinavisches Gefühl“ entstehen. „Nordlicht – Mörder ohne Reue“ ist besser als viele andere Krimiserien, kann jedoch mit den prominenten Serienkollegen inhaltlich und darstellerisch nicht mithalten.
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