// Musik

Sonntag, 05. November 2017

Wanda

Niente

Wanda – Niente
Wanda – Niente

Mit vol­ler Breit­seite haben es Wanda bis dato immer zu spü­ren bekom­men. Das Debüt mit „Amore“ schaffte es, dass auf ein­mal alle nach Bolo­gna woll­ten und jeder lauschte den Wor­ten von Marco Wanda. Es war ein wirk­lich tol­les Debüt und zudem sorgte es dafür, dass Wien auf ein­mal der neue Hot‐​Spot der Musik wurde.

Doch die Breit­seite traf Wanda dann mit dem zwei­ten Werk. In der Tat wirk­ten Lie­der wie „Bussi“ dann doch arg plump und drif­te­ten oft ins Schlager‐​Metier ab. Die Kri­ti­ken waren ver­nich­tend und die Begeis­te­rung ver­pufft wie ein Luft­bal­lon der auf eine Nadel trifft. Wie soll man mit solch einer Schelte umge­hen? Und wie soll dann das dritte Album klingen?

Niente“ ist der Name des Werks, dies­mal gibt es keine Breit­seite und es klingt genau so ernüch­ternd nach dem Kater des Vor­gän­gers. Es klingt auch so, wie man sich Michael Wanda vor­stellt, wenn er in einer Wie­ner Eck­kneipe sitzt und über das Leben sin­niert. Eine starke Melan­cho­lie weht durch die Lieder.

Zu Anfang gibt es ein trot­zi­ges „Wei­ter Wei­ter“, die­ses Durch­hal­ten ist ein zen­tra­les Thema auf „Niente“. Auf­ste­hen und wei­ter­ma­chen ist eine zen­trale Devise. Viel­leicht haben sie des­halb den Schla­ger ver­bannt. Dafür ent­deckt man eher selige und trau­rige Schun­kel­lie­der wie „Ein­fa­cher Buam“. Der Song ist so boden­stän­dig wie die besagte Eck­kneipe und ganz neben­bei gibt es Gitar­ren­spiel, das an Dire Straits erinnert.

Inno­va­tion ist hier also nicht das Thema und einen Hype ent­facht man damit auch nicht. Das muss man aber auch nicht, denn Wanda ver­kös­ti­gen dies­mal mehr Schwer­mut und sin­gen auch über Leid, Tod und Krank­heit. Bei „Ein letz­tes Wie­ner­lied“ gibt es gro­ßes Thea­tra­lik, man merkt, wie leid­voll die Band auch sein kann. „Niente“ ist wesent­lich gedie­ge­ner, gesetz­ter und erns­ter als die bei­den Vor­gän­ger. Keine lei­den­schaft­li­ches Amore mehr und auch kein Geknut­sche. Macht aber nichts.

Erschie­nen bei: Ver­tigo /​Uni­ver­sal
niente​.wan​da​mu​sik​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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