// Musik

Freitag, 14. April 2017

Japandroids

Near To The Wild Heart Of Life

Japandroids – Near To The Wild Heart Of Life
Japandroids – Near To The Wild Heart Of Life

Japan­dro­ids mau­sern sich so all­mäh­lich. War ihr Debüt „Post Not­hing“ aus dem Jahre 2009 noch einem klei­nen Kreis bekannt, so kann man sagen, sind sie mit dem drit­ten Album „Near To The Wild Heart Of Life“ auf den gro­ßen Büh­nen ange­kom­men. Dabei haben Brian King und David Prowse nicht viel an ihrer Rezep­tur ver­än­dert, außer eini­gen Feinheiten.

Das kann man auch mit dem Cover sehen, die­ses unter­schei­det sich auch zu den bei­den Vor­gän­gern. Dies­mal sind die bei­den Musi­ker auch wie­der abge­lich­tet, aber eben in kei­nem wei­ßen Rah­men, es ist in schwarz und Weiss gehal­ten, auch sind Band­name und Album­ti­tel nicht vorne zu sehen. Doch die Beschei­den­heit im Visu­el­len wird in der Musik genau anders­rum eingesetzt.

Man ver­steckt sich (wie eben mit dem Namen und Titel auf dem Cover), man möchte dies­mal die gro­ßen Büh­nen erobern. Die Songs sind noch gerad­li­ni­ger und blei­ben sich den­noch treu (so wie das Schwarze und Weiße). Ihr Indie‐​Rock hat noch immer jede Menge Drive und Druck, um andere Bands mit Ener­gie zu versorgen.

Das Noise‐​Verhältnis in der Musik hat sich nicht geän­dert und sorgt dafür, dass trotz der Ein­gän­gig­keit die Songs auch nach meh­re­ren Durch­läu­fen noch immer span­nend klin­gen. Man kann sogar so weit gehen, dass sie immer bes­ser wer­den. Der Opener und zugleich das Titel­stück ist ein guter Indi­ka­tor. Ein befrei­en­der und mit­rei­ßen­der Songs, der eine gewisse Por­tion Noise in sich hat, und auch ein biß­chen Punk, und den­noch so grif­fig ist wie ein gutes Foo‐​Fighters‐​Stück.

Man merkt schon beim ers­ten Song, dass Japan­dro­ids dies­mal alles auf eine Karte set­zen und den­noch sich nicht ver­bie­gen las­sen. Es wird dies­mal geschaut, wie man Hits schreibt, die vie­len gefal­len, aber nicht glatt poliert sind. Sie sind kom­pakt, und den­noch gibt es immer noch Platz, mal etwas aus­zu­pro­bie­ren. Sie trauen sich auch mehr­stim­mi­gen Gesang zu und sin­gen unge­niert Hohohoohoo. Am liebs­ten sind die Song mit kur­zer Spiel­dauer aus­ge­stat­tet, und so bleibt die schon erwähnte Punk‐​Attitüde erhalten.

Bei „Arc of Bar“ loten die bei­den Kana­dier auch mal aus, wie es mit län­ge­rer Spiel­dauer funk­tio­niert. Erstaun­lich gut, kann man da ant­wor­ten, denn das Song­wri­t­ing geht in die Tiefe, und die Arran­ge­ments sind gewohnt kraft­voll, aber hier wird auf eine Melo­die ver­zich­tet, und das passt auch ganz gut.

Near To The Wild Heart Of Life“ ist auf jeden Fall das viel­schich­tigste Album von Japan­dro­ids, aber auch das, wel­ches der Band die Türen weit auf­ma­chen kann.

Erschie­nen bei: Anti
japan​dro​ids​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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