// Musik

Sonntag, 18. Juni 2017

Mulatu Astatke

Mulatu Of Ethiopia

Mulatu Astatke – Mulatu Of Ethiopia
Mulatu Astatke – Mulatu Of Ethiopia

In den letz­ten Jah­ren hat die Popu­la­ri­tät von Mulatu Astatke doch merk­lich zuge­nom­men. Was darin begrün­det liegt, ist, dass die­ser 1943 gebo­rene Musi­ker wie­der ein paar Alben ver­öf­fent­licht hat und diese auch gro­ßen Zuspruch erlangt haben. Auch jün­gere Musi­ker sind an ihm inter­es­siert, und das Album „Inspi­ra­tion Infor­ma­tion“, wel­ches er mit The Helio­cen­trics ver­öf­fent­licht hat, haben wir sei­ner­zeit hier auch besprochen.

Durch die­ses Inter­esse ist es auch nicht ver­wun­der­lich dass sein 1972er Album‐​Debüt „Mulatu Of Ethio­pia“ durch das Strut‐​Label wie­der her­aus­ge­bracht wurde. Als die­ses Werk damals her­aus­kam, war der Afro Funk zwar schon vor­han­den, aber er war in der rest­li­chen Welt noch nicht so bekannt und wurde teil­weise auch poli­tisch unterdrückt.

Den­noch hat es Mulatu Astatke zu einem der ein­fluss­reichs­ten Musi­ker Afri­kas geschafft und hat den Ethio Jazz erfun­den. Dabei han­delt es sich um eine Fusion aus Jazz und ätho­pi­scher Musik­tra­di­tion. Ver­mut­lich ist dadurch auch der Titel des Albums ent­stan­den, und wenn man die Auf­nah­men heute anhört, stellt man fest, dass man noch immer in sei­nen Bann gezo­gen wer­den kann.

Der Opener „Mulatu“ beweist, dass seine Musik der Zeit vor­aus war und auch durch­aus nicht nur auf das Eti­ket „Afro‐​Funk“ redu­ziert wer­den muss. Der Song groovt einem gekonnt lang­sam, aber druck­voll ent­ge­gen und das Saxo­phon und die Wah‐​Wah‐​Gitarren könn­ten durch­aus auch eine gute Figur in einem sieb­zi­ger Jahre Gangster‐​Film auf­tau­chen. Die Lang­sam­keit die in sei­ner Musik mit­schwingt ist gekonnt, und den­noch ist es immer unge­mein vom Funk übersät.

Bei „Dewel“ kann es auch sehr impro­vi­siert daher­kom­men. Bei dem besag­ten Song klingt es sogar ein wenig chao­tisch und unstruk­tu­riert, zeigt aber dass Mulatu Astatke auch aus dem Bauch her­aus agie­ren. Beim Schluß­song „Chi­fara“ erlebt man Latin‐​Sounds mit­samt fei­nen Trö­ten. Hier ist Platz für freie Arrangements‐​Gedanken und den­noch ver­läuft sich der Song nicht.

Die Wie­der­ver­öf­fent­li­chung von „Mulatu Of Ethio­pia“ ist also ein Geschenk und eines was auch nach 45 Jah­ren immer noch frisch klingt. Aller­dings gibt es hier kein Bonus‐​Material, aber dafür ist die Mono und Stereo‐​Aufnahme zusam­men vereint.

Erschie­nen bei: Strut /​Indigo
www​.ethio​jazz​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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