// Musik

Donnerstag, 08. November 2018

The Coral

Move Through The Dawn

The Coral – Move Through The Dawn
The Coral – Move Through The Dawn

Ich habe The Coral 2002 in Frank­reich live gese­hen und damals kannte ich diese Band nicht. Ver­wun­dert war ich über die Tat­sa­che, dass sich die Band 1996 schon gegrün­det hat und die Mit­glie­der 2002 noch wie junge Back­fi­sche aus­sa­hen. Nächste Ver­wun­de­rung war, dass diese jun­gen Men­schen Musik mach­ten, die aus den gol­de­nen Zei­ten der Pop‐​Musik stammt.

Mersy‐​Beat mit Orgel und einer Por­tion psy­che­de­li­scher Musik spiel­ten sie, und das so gekonnt, dass sie fast alle ver­meint­li­chen Vor­bil­der auf den bei­den Alben „The Coral“ und „Magic and Medi­cine“ locker an die Wand gespielt haben. Seit­dem haben sie aller­hand Alben her­aus­ge­bracht und die Liebe zu alter Musik nie abge­legt. Im Gegen­teil: Sie haben mal Blues gespielt, manch­mal sind sie tie­fer im Psy­che­de­li­schen ver­sun­ken und selbst ein Album über Boris Becker haben sie aus ihrem Ärmel geschüttelt.

Man muss zuge­ben, dass ihr Elan ein wenig schwä­chelte, aber sie waren immer kon­se­quent. „Move Through The Dawn“ ist ihr neun­tes Studio‐​Album und auch hier blei­ben sie ihrer Liebe zum Retro‐​Sound mehr als treu. Dies­mal sind die Songs wie­der wesent­lich kla­rer und nur sel­ten wird es abwe­gig. Man hat das Gefühl, es ist dies­mal alles viel fokus­sier­ter. Auch gehen die Bri­ten wie­der zu ihren ers­ten bei­den Alben zurück, aber ohne sie zu kopie­ren. Des­we­gen kann man neben übli­chen Ver­däch­ti­gen wie Beach Boys, The Kinks oder The Beat­les auch viele Ver­glei­che zu den sieb­zi­ger Jah­ren finden.

Es klingt alles so unbe­schwert und manch­mal sucht man am Anfang die Haken und Ösen, die sonst die Musik von The Coral aus­ge­macht haben. Die sind doch vor­han­den, nur sind sie dies­mal ganz anders. Es ist alles ein­fa­cher, die Melo­dien so groß wie ein Scheu­nen­tor, die Band mehr abge­stimmt und die Leich­tig­keit ist so prä­sent wie nie zuvor bei der Band, die es schon seit 1996 gibt.

Erschie­nen bei: Igni­tion Records /​Indigo
the​co​ral​.co​.uk

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

facebook

 

Werbung