// Musik

Dienstag, 16. Oktober 2018

William Fitzsimmons

Mission Bell

William Fitzsimmons – Mission Bell
William Fitzsimmons – Mission Bell

Das große Kunst­stück bei Wil­liam Fitz­s­im­mons ist ja, dass man sei­ner Musik nie anhört, dass es in sei­nem Leben auch tur­bu­lent zuge­hen kann. Das sieb­tes Stu­dio­al­bum „Mis­sion Bell“ ist der beste Beweis hier­für. Zudem sollte diese Platte schon letz­tes Jahr her­aus­kom­men. Doch seine Frau trennte sich von ihm, und somit wur­den die eigent­li­chen Auf­nah­men wie­der verworfen.

Dass die The­men dies­mal düs­te­rer und schwe­rer sind, leuch­tet ein. Es geht um Ver­rat, Ver­ge­bung, Ver­söh­nung und auch um die geschei­terte Ehe. Doch man hört in den zehn Songs kei­nen bösen Groll, und vor allem lässt er es sich stimm­lich nicht anmer­ken. Die Stimme ist noch immer so sanft wie ein flau­schi­ges Kis­sen und gibt einem das Gefühl, dass nie­mand ver­söhn­li­cher klin­gen kann, selbst wenn das Schick­sal noch eine Schippe drauflegt.

Seine Musik ist hoff­nungs­pen­dend, und mehr noch, sie macht rich­tig Spaß. Alles stimmt, und man kann kli­schee­haft sagen, dass „Mis­sion Bell“ die per­fekte Herbst‐​Platte ist. Gleich der Eröff­nungs­song „Second Hand Smoke“ ist Bal­sam für ver­lo­re­nen See­len, wie schön er mit dem Gast­sän­ger sich umgarnt und den­noch jeder für sich ist. Bei „Dis­tant Lovers“ bekommt man bei soviel Sanft­heit und wei­chen Arran­ge­ments nicht mit, dass der mar­kante Bart­trä­ger hier von Tren­nung singt, und wer wann die Kin­der jetzt abholt. „17+Forever“ lässt wun­der­schöne Gei­gen vom Him­mel hängen.

Ja, er schmückt die Songs auch dies­mal aus. Nur mit dem Unter­schied, dass er dies­mal ana­log auf­ge­nom­men hat und somit noch geer­de­ter klingt. Viel­leicht ist das auch ein Grund, warum „Mis­sion Bell“ einem so ans Herz geht, und natür­lich das Schick­sal, wel­ches Wil­liam Fitz­s­im­mons ereilt hat.

Erschie­nen bei: Grön­land /​Rough Trade
wil​liam​fitz​s​im​mons​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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