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Sonntag, 09. Dezember 2018

Pinkshinyultrablast

Miserable Miracles

Pinkshinyultrablast - Miserable Miracles
Pinkshinyultrablast - Miserable Miracles

Ob es Absicht war oder doch eher Zufall, ist nicht ganz klar. Aber die CD „Mise­ra­ble Mira­cles“ kam ohne Cover, Info oder gar Schutz­hülle. Soll man sich auf eine vir­tu­elle Schnit­zel­jagd bege­ben, oder birgt die­ses Album ein dunk­les Geheim­nis? Wenn man ein biss­chen zu die­sem Album nach­schaut und ein­fach mal die Fak­ten sieht, dann ist es wahr­schein­lich gewollt.

Pinks­hinyul­tra­b­last haben von „Mise­ra­ble Mira­cles“ ledig­lich 500 Vinyl­plat­ten pres­sen las­sen, und auch die CD erscheint nicht gerade in hoher Stück­zahl. Kann auch ein wenig daran lie­gen, dass ihr Label Club AC30 eher ein Winz­ling ist. Pinks­hinyul­tra­b­last haben aber auch sonst nicht die klas­si­sche Bedie­nung für ihre Musik, sie stam­men aus Russ­land, und das ist westlich‐​popkulturell noch immer eher ein Entwicklungsland.

Dabei müsste in die­sem Land schon seit Jah­ren die Musik­welt flo­rie­ren, denn über­all, wo die Poli­tik wenig Platz für Kul­tur lässt, ist der Unter­grund aktiv. Viel­leicht ist das der Grund, warum die­ses Trio seit ihrer Grün­dung 2009 ein paar Sin­gles her­aus­ge­bracht hat und dass „Mise­ra­ble Mira­cles“ ihr drit­tes Album ist. War viel­leicht auch nicht ganz ein­fach, in St. Peters­burg Men­schen zu fin­den, die sich auch an Sho­ega­zing erfreuen.

Es war gut, dass sie unter fer­ner lie­fen ihre musi­ka­li­sche Vision ent­fal­ten konn­ten, denn sie machen alles ziem­lich gut. Alleine schon der Gesang von Sän­ge­rin LYU­BOB ist ideal für die­ses Gerne, wel­ches ja auch von ver­träum­ten Momen­ten lebt. Sie hat einer­seits eine unge­mein kind­li­che und warme Stimme, kann bei Bedarf aber auch kraft­vol­ler auf­tre­ten. Das ist gut, denn ihre bei­den männ­li­chen Mit­strei­ter nut­zen nur sel­ten Gitarre oder andere klas­si­sche Instru­mente, son­dern nut­zen eher elek­tro­ni­sche Klänge.

Die erzeu­gen auch gerne mal eine recht schnelle Dyna­mik, und da kann LYU­BOB ent­spre­chend gut sich gegen­stel­len. Vor allem beim Schluss­song „Loo­m­ing“, da rat­tert der Lap­top, und die Syn­the­si­zer über­rol­len die rest­li­chen Klänge so, als wären sie ein Tsu­nami, und zum ers­ten mal tau­chen dort bei die­sem Album Gitar­ren auf, die lär­men mit Wucht umher, und durch die­ses Klang­di­ckicht kämpft sich die Sängerin.

Bei den ande­ren Lie­dern geht es nicht so kraft­voll zu, aber auch da erzeugt der Sound große Dyna­mik, nur ufert es nicht aus. Da wird eher die Kraft auf die Melo­die gelegt, was in die­sem Genre auch ein wich­ti­ger Bestand­teil ist.

Erschie­nen bei: Club AC30 /​Bro­ken Silence
pinks​hinyul​tra​b​last​.band​camp​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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