// Musik

Freitag, 03. März 2017

Bonobo

Migration

Bonobo – Migration
Bonobo – Migration

Für viele ist Bonobo sicher­lich einer der New­co­mer des jun­gen Jah­res. Für andere ist Simon Green seit dem letz­ten regu­lä­ren Studio‐​Album „The Noth Bor­ders“ aus dem Jahr2013 bekannt. Die wenigs­ten aber wis­sen, dass Bonobo schon seit 1999 Musik ver­öf­fent­licht. „Migra­tion“ ist sein sechs­ter Lang­spie­ler und sein fünf­tes auf dem Ninja Tune Label.

Der Titel die­ses Wer­kes ist mutig, und sicher­lich als State­ment zu ver­ste­hen. Den­noch lässt sich Simon Green nicht dazu hin­rei­ßen eine poli­ti­sche oder gesell­schaft­kri­ti­sche Aus­sage auf bestimmte Sei­ten zie­hen. Aber er bezieht den­noch Stel­lung, was sich neben dem Album­ti­tel und vor allem bei den Gäs­ten bemerk­bar macht.

Bei dem Song „Bam­bro Koyo Ganda“ hat er mit Innov Gnawa eine Band ins Stu­dio geholt, die aus marok­ka­ni­schen Ein­wan­de­rern besteht. Das spie­gelt sich auch im Klang des Songs wie­der, der exo­tisch mit sei­nen Stam­mes­ge­sän­gen ist und auch nicht durch die elek­tro­ni­schen Klänge zer­stört wird. Bonobo erkennt näm­lich, dass fili­grane Klänge mehr zei­gen kön­nen als wil­des Beat‐​Geballer.

Auch die Sin­gle „Kerala“ führt einen in die Ferne, obwohl er sich an einem Sample von Brandy´s Hit „Baby“ bedient hat. Den­noch wird aus die­ser Kom­bi­na­tion etwas herr­lich unge­hör­tes. Das muss man erst­mal hin­be­kom­men Musik so zu recy­crln, dass etwas neues dabei her­aus­kommt. Bonobo schafft es, dass Electronica‐​Klänge auch 2017 noch span­nend klin­gen könn­nen, und wer­kelt dabei immer sehr fein­füh­lig mit den vie­len Klän­gen, so dass trotz der Fülle alles sehr zer­brech­lich und homo­gen klingt.

Onta­rio“ ist da auch ein Beweis, dass es jede Menge Klang­schnip­sel gibt, die mal sanft schwe­ben und dann doch bei stär­ke­rem Wind wie­der zusam­men­ge­hal­ten wer­den. Dazu Beats die vom Hip Hop stam­men und Blä­ser die so kraft­voll klin­gen, dass man diese auch in einem James Bond‐​Film ver­wen­den könnte.

Aber auch wie der Opener und Titel­stück immer mehr explo­diert, mit­samt sei­nen pace und Jazz‐​Ausflügen zeigt, dass Bonobo ein Künst­ler ist und mit „Break Apart“ hört man dann auch einen Song der als sanf­ter Ohr­wurm fun­giert der irgendwo zwi­schen Air´s „All I Need“ und „Don´t Leave“ von Faith­less sich platziert.

Migra­tion“ ist ein sehr viel­schich­ti­ges Album gewor­den und es zeigt auch zarte Kri­tik an der Schief­lage der poli­ti­schen Lage der Welt.

Erschie­nen bei: Ninja Tune /​Rough Trade
www​.bono​bo​mu​sic​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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