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Dienstag, 04. Dezember 2018

The Dirty Nil

Master Explicit

The Dirty Nil – Master Explicit
The Dirty Nil – Master Explicit

Streng genom­men ist „Mas­ter Exp­li­cit“ erst das zweite Album von The Dirty Nil. Das ver­wun­dert einen, da die Band ja schon so prä­sent ist, als hät­ten sie min­des­tens fünf Alben her­aus­ge­bracht. Liegt unter ande­rem daran, dass sie viele EPs, meist in schö­nen Vinyl­for­ma­ten, her­aus­ge­bracht haben. Zudem gab es mit „Mini­mum R&B“ eine Zusam­men­stel­lung, die von Vie­len als regu­lä­res Album wahr­ge­nom­men wurde.

Nun ist mit „Mas­ter Exp­li­cit“ der Nach­fol­ger des gefei­er­ten Debüts „Hig­her Power“ drau­ßen. Und zuge­ge­ben, The Dirty Nil wer­den die Rock‐​Welt dies­mal nicht mehr so mas­siv auf Links dre­hen. Schließ­lich blei­ben sie auf ihrem Ter­ri­to­rium und ver­bie­gen sich den­noch nicht. Im Gegen­teil, sie blei­ben noch immer die Musi­ker, die am liebs­ten Rock‐​Songs schrei­ben, die aber klar im Her­zen Punk mit sich tra­gen. Das merkt man daran, dass die kana­di­sche Band elf Songs spür­bar in weit unter 30 Minu­ten abfrühstückt.

Das Ver­wun­der­li­che an die­ser Tat­sa­che ist, dass man aber nicht das Gefühl hat, dass es zu schnell her­un­ter gespielt wird. Und zum ande­ren wird man als Zuhö­rer auch nicht gehetzt. Sie schaf­fen es, dass die Songs zu Hym­nen wer­den, die ehr­lich sind. Der Opener „That´s What Hea­ven Feels Like“ ist ein Beweis dafür, wie in weni­ger als drei Minu­ten alles erzählt wer­den kann, den­noch unge­mein ein­gän­gig und mit Wut im Bauch.

Man möchte in vie­len Augen­bli­cken die Faust in die Luft recken, und Druck baut die Band immer gut auf. Man hat nie das Gefühl, dass die Power ver­lo­ren geht, selbst bei einem ruhi­ge­ren Stück wie „Auf Wie­der­se­hen“ wer­den noch immer Euphorie‐​Funken ver­sprüht. „Mas­ter Exp­li­cit“ wird den Erwar­tun­gen des Erst­lings­werks gerecht, über­trifft es aber auch nicht.

Erschie­nen bei: Caro­line /​Uni­ver­sal
the​dir​ty​nil​.band​camp​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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