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Samstag, 14. April 2018

Django Django

Marble Skies

Django Django – Marble Skies
Django Django – Marble Skies

Django Django haben mit ihrem Debüt „Django Django“ gleich den gro­ßen Wurf kal­ku­liert, und der Hype ging im Som­mer 2012 dann auch wirk­lich durch die Decke. Musi­ka­lisch war diese Platte auch so etwas wie die Zukunft der Indie‐​Musik. Cle­ver kom­bi­nierte sie Musik aus allen Epo­chen mit dem dama­li­gen elek­tro­ni­schen Tanzzeitgeist.

Erfri­schend frisch klang das, was die Band aus Lon­don einem damals ser­vierte. Es hätte so wei­ter gehen kön­nen. Doch mit dem Nach­fol­ger „Born Under Saturn“ hat es das Quar­tett geschafft, jeden Glanz und jede Begeis­te­rung sofort fal­len zu las­sen. Nichts war mehr da von den Ein­flüs­sen, die von ESG über Hot Chip bis Sun‐​Ra reich­ten. Es tut weh, aber es klang einfallslos.

Des­we­gen ist die Neu­gier auf das dritte Album „Marble Sies“ eher über­schau­bar und mei­len­weit weg vom Bohei um das Debüt. Gut, es ist kein Pau­ken­schlag gewor­den, aber den­noch ein recht pas­sa­bler Lang­spie­ler. Zwar schauen Django Django jetzt nicht mehr soviel auf Refe­ren­zen, auch ser­vie­ren sie nicht mehr das, was man als hei­ßen Scheiß bezeichnet.

Viel­leicht haben die vier jetzt ihren eige­nen Sound gefun­den, und die­ser besticht mit herr­lich unauf­ge­reg­ten Melo­dien, und auch die Arran­ge­ments sind ein­fa­cher aber durch­aus geschmack­voll. „Fur­ther“ ist so ein Stück, das Schlag­zeug ist hier mar­kant und den­noch sanft, dazu ein paar dezente Syn­t­hies und der wei­che Gesang. Die Melo­die ist grif­fig und nicht kraft­strot­zend aber schmeichelnd.

Ein Song wie „Sun­da­isl“ hatte es zuvor von die­ser Band nicht gege­ben, ein Piano‐​Klang, ver­träumte und den­noch glei­ßende Struk­tur, dazu ein leicht ver­wa­sche­ner psy­che­de­li­scher Refrain zum Ende hin. Bei “Sur­face To Air“ ist dann ESG wie­der zu hören und fröh­li­cher Dub‐​Pop. „Real Gone“ ist dann ein Stück, das zwi­schen Cosmic Disco und

acht­zi­ger­jahre Pop pen­delt. Das Titel­stück hin­ge­gen hat so einen bei­ßend greif­ba­ren Refrain, dass man schon erschro­cken ist, wie plump Django Django klin­gen kön­nen, aber der Song bleibt haften.

Unter dem Strich ist „Marble Skies“ zwar nicht so über­ra­gend, mit­rei­ßend und ein­drucks­voll wie das Debüt, aber es ist auch eine Platte, mit der man nach dem mauen zwei­ten Werk nicht unbe­dingt gerech­net hatte. Man darf also gespannt sein, wie nun der Nach­fol­ger klin­gen wird. Wir wer­den berichten.

Erschie­nen bei: Because Music
www​.djan​god​jango​.co​.uk

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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