// Musik

Mittwoch, 12. April 2017

Bilderbuch

Magic Life

Bilderbuch – Magic Life
Bilderbuch – Magic Life

Das nächste Album nach einem gro­ßen Wurf ist immer eine schwie­rige Auf­gabe. „Schick Schock“ war das Durchbruch‐​Album für die Band Bil­der­buch und lenkte die Auf­merk­sam­keit auf Öster­rei­chi­sche Bands. Der Hype war 2015 immens und eigent­lich haben Bil­der­buch dem Druck nicht zwin­gend stand­hal­ten können.

Das hatte aber einen guten Grund, denn sie sind gewitzt an die Songs her­an­ge­gan­gen und haben vor allem mit einer unvor­her­seh­ba­ren Genre‐​Vielfalt gewon­nen. Dazu noch der Hang zu über­kan­di­del­tem Pomp und Kitsch, was immer wie­der für offene Mün­der sorgte. Nun ist mit „Magic Life“ der Nach­fol­ger drau­ßen und was macht das Quar­tett diesmal?

Sie über­ra­schen den Fan nicht, sie blei­ben wie­der bei ihren Leis­ten. Sie ver­fei­nern ledig­lich alles ein wenig aber sie leh­nen sich auch fast ein wenig zurück. Fast so wie ein jun­ger Mann, der vor ein paar Jah­ren nicht wusste wie man die Mädels anmacht aber es jetzt genau weiß. Mit gro­ßem Selbst­be­wusst­sein und stol­zer Brust singt Mau­rice Ernst „Erzähl Dei­nen Mädels ich bin wie­der in der Stadt“ und schenkt als „Invest­ment 7“ Nutella, Strac­cia­tella und Vanille aus.

Im ers­ten Moment klin­gen die Texte wie unbe­schwer­tes Jet‐​Set‐​Leben und Spaß, Life­style ist die ein­zige Wäh­rung die zählt. Bei soviel Unbe­küm­mert­heit ver­zeiht man Bil­der­buch auch, dass sich zwar Candy auf Handy reimt, aber es doch irgend­wie doof wirkt. Die­sen Manko zeiht man als Skonto wie­der ab und genießt „Magic Life“.

Musi­ka­lisch haben sie nicht immer eine große Band­breite und so gibt es locke­ren Indie‐​Pop und jede Menge Ele­mente die groo­ven. Auch hört man wie­der Roger Nelson‐​Funk Hul­di­gun­gen, jede Menge Haken wer­den geschla­gen und min­des­tens genauso viel Glam und Glit­zer verstreut.

Und ja, auch kann man, wenn man will, Falco als Refe­renz her­an­zie­hen, was aber vor allem am Wie­ner Schmäh lie­gen mag. Bemän­geln kann man höchs­tens, dass kein so ein gro­ßer Hit wie „Maschin“ oder „OM“ dabei ist, auch wenn „Bun­ga­low“ nach mehr­fa­chem Hören mit­samt sei­nen Dadaismus‐​Momenten doch char­mant ist. Fest­stel­len kann man aber dass „Magic Life“ ins­ge­samt stim­mi­ger ist als „Schick Schock“.

Erschie­nen bei: Maschin /​Uni­ver­sal
www​.bil​der​buch​-musik​.at

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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