// Musik

Montag, 10. April 2017

Omar

Love In Beats

Omar – Love In Beats
Omar – Love In Beats

Omar als Neo‐​Soul‐​Sänger zu titu­lie­ren trifft im Grund­satz sicher­lich zu. Aber mit dem Zusatz „Neo“ ver­bin­det man ja immer etwas neues, fri­sches, etwas was am Anfang ist — das trifft dann auf Omar doch nicht so zu. Schließ­lich hat der Sän­ger schon einen lan­gen Kar­rie­re­weg hin­ter sich. 1985 ver­öf­fent­lichte er seine erste Sin­gle und mit die­ser Sin­gle und gleich­na­mi­gen Werk „There´s Not­hing Like This“ brachte Omar sei­nen Langspiel‐​Erstling heraus.

Mit dem Auf­kei­men des Acid Jazz wurde auch seine Erfolg ange­scho­ben und sein zwei­tes Werk „Music“ erschien beim Label von Nor­man Jay und Gil­les Peter­son namens „Tal­king Loud“. Die Wei­chen stan­den gut, sogar so gut, dass die nächs­ten bei­den Alben bei Major‐​Labels ver­öf­fent­licht wur­den. Irgend­wie ist aber sein Ruhm im Rah­men geblieben.

Das mag man schade fin­den, aber einer­seits hat es auch etwas befrei­en­des. Wenn man ehr­lich ist, würde „Love In Beats“ nicht so klin­gen, wenn man so erfolg­reich wäre, dass man der Queen die Hände schüt­teln oder in der Yellow‐​Press ste­hen würde. Auf „Love In Beats“ geht es nur um Musik, nicht um eine Selbst‐​Darstellung, Ver­su­che, dem Zeit­geist zu fol­gen oder gar selbst Trends zu setzten.

Love In Beats“ ist wun­der­ba­rer Soul und Omars Stimme ist noch immer so zart ras­pelnd und irgend­wie auch kraft­voll genug. Dabei sind die Songs auch meist eher im Uptempo gehal­ten, was ein wenig irri­tiert, wenn man sich das Cover (das irgend­wie Hip Hop sug­ge­riert) anschaut. Ledig­lich dass der bri­ti­sche Rap­per TY bei einem Song am Mikro­phon ist, sind die ein­zi­gen Momente die man mit Hip Hop in Ver­bin­dung bringt.

Omar kre­denzt auf sei­nem ach­ten Album sehr gehalt­vol­len Soul, der oft etwas bal­la­des­kes hat. Aber genau das steht dem Sän­ger sehr gut zu Gesicht, seine Stimme eig­net sich für die gro­ßen Gefühle. Immer pas­send herum hat er eine Band die ihm den pas­sen­den und geschmack­vol­len Rück­halt lie­fert und dass erstaun­li­che ist, dass die­ses „Love In Beats“ live ein­ge­spielt wurde. Man merkt, dass hier ein ein­ge­spiel­tes Team am Werke ist.

Als Gast konnte er dann auch noch Soul‐​Legende Leon Ware und den Jazz‐​Musiker Robert Glas­per gewin­nen. Ent­stan­den ist ein zeit­lo­ses Soul‐​Album, das man Anfang der Neun­zi­ger bestimmt ins Acid‐​Jazz Regal gestellt hätte.

Erschie­nen bei: Free­style Records /​God­brain
www​.omar​mu​sic​.co​.uk

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

Kommentare


Du bist nicht eingeloggt. Der Fördeflüsterer würde sich freuen, wenn Du Dich anmeldest oder Dich registrierst.

facebook

 

Hosting

 

Werbung