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Montag, 05. November 2018

Jorja Smith

Lost & Found

Jorja Smith – Lost & Found
Jorja Smith – Lost & Found

Würde man die Kar­riere der gerade 21 jäh­ri­gen Jorja Smith in Jugend­spra­che aus­drü­cken, würde man sagen: Es läuft bei ihr. Dabei ist sie nun noch nicht all zu lange im Geschäft. Sie lernte in jun­gen Jah­ren Kla­vier und Oboe und nahm klas­si­schen Gesangs­un­ter­richt. Irgend­wann spielte sie in Bands, doch schnell ging sie eigene Wege.

2016 erschien ihre ers­ten Song‐​Sammlung auf ihrer Soundcloud‐​Präsenz. Kurz danach wurde Drake auf ihr Lied „Where Did I Go“ auf­merk­sam und erklärte es zu sei­nem Lieb­lings­lied. Doch damit nicht genug, er lud sie in sein Stu­dio ein und sie durfte für sein Album ein Lied mit ein­sin­gen. Sie gewann einen Brit Award und ist mit ihrem kürz­lich erschie­nen ers­ten Album „Lost & Found“ für den Mer­cury Prize nominiert.

Wenn man die­sen Lang­spie­ler hört, ver­steht man die ganze Begeis­te­rung auch, selbst wenn man dem R´n´B nicht unbe­dingt gewo­gen ist. Jorja Smith ver­steht es Songs zu schrei­ben, die nicht die große Auf­merk­sam­keit benö­ti­gen und auch nicht viele mar­kante Beats oder Gim­micks ver­wen­den müs­sen, um blei­ben­den Ein­druck zu hinterlassen.

Ihre Stärke ist die Sinn­lich­keit, die sich in Songs wie „The One“ aus­drückt. Eine sanfte Dyna­mik und Thea­tra­lik ist ein­ge­bun­den, sanfte Strei­cher und moderne, aber nicht auf­dring­li­che Beats. Dazu singt einen die junge Bri­tin mit ihrer kraft­vol­len und den­noch zärt­li­chen Stimme um den Ver­stand. Das Schöne dabei ist, dass man das Gefühl hat, dass sie sich nicht ver­stel­len muss. Man kann ihre Musik viel­leicht ver­glei­chen mit der Vor­stel­lung, dass Alica Keys und FKA Twigs eine gemein­sa­men Platte auf­ge­nom­men haben.

Es befin­det sich auf „Lost & Found“ kein Schwach­punkt und meist ist das Tempo gedämpft. Manch­mal kommt ihr bri­ti­scher Akzent char­mant her­vor, wie bei „Blue Lights“. Bei „On Your Own“ begibt sie sich in sou­lige Trip‐​Hop Gefilde. Auf­fal­lend ist, wie wenig sie ihre Stü­cke arran­giert hat und den­noch mehr beein­druckt als die Kon­kur­renz. Um Jorja Smith ist zu Recht ein klei­ner Hype entstanden.

Erschie­nen bei: FAMM /​The Orchard
jor​jas​mith​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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