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Donnerstag, 27. September 2018

Kiel ohne Grenzen

Liedermacherin Sarah Lesch live

Sarah Lesch (Foto: Benjamin Hiller)
Sarah Lesch (Foto: Benjamin Hiller)

Men­schen soll­ten glück­lich sein. Und frei. Diese Hal­tung treibt die streit­bare Songpoe­tin Sarah Lesch immer wie­der zur Musik – das Kie­ler Publi­kum kann sich schon bald wie­der davon über­zeu­gen. Am Don­ners­tag, 25. Okto­ber, spielt sie in der Pumpe, Lukas Meis­ter und der Kie­ler Rai­ner Lebe­mann lie­fern den Sup­port. Kiel ohne Gren­zen präsentiert das Event.

Das sagt der Veranstalter

Mein Herz schlägt für die Frei­heit und das Glück ALLER Men­schen. Ich bin keine Hei­lige und keine Ver­bre­che­rin. Ich mache das nor­malste auf der Welt. Ich mache Lie­der aus dem, was mich berührt.“ Und das macht sie in einer Intensität, die ihres­glei­chen sucht! Wurde Sarah Leschs erste Platte noch in der “schmut­zi­gen Küche” auf­ge­nom­men und auch so beti­telt, so ist ihr neu­es­tes Album „Da drau­ßen” nun der Blick aus dem Fens­ter. Der Blick auf eine Welt, die verrückt spielt, schreck­li­che Dinge zulässt und gleich­zei­tig alles ist, was wir haben: stark, schön und zer­brech­lich. Zwi­schen Auf­bruch und Rückkehr in die Küche lie­gen fünf Jahre, unzählige Kon­zerte, Gespräche und Erleb­nisse und ein wei­te­res Album –„von Musen und Matro­sen“. Sarah Lesch ist in die­ser Zeit gemein­sam mit ihren Lie­dern gereift. Mit einer noch kla­re­ren Hal­tung, einer geschärften Per­spek­tive blickt Sarah Lesch durch die Lie­der ihres drit­ten Albums auf die Welt. Sarah Lesch ist Preisträgerin des Trou­ba­dour Chan­son­prei­ses, des FM4 Pro­test­songcon­tests, des Prei­ses der Hanns‐​Seidel‐​Stiftung (Songs an einem Som­mer­abend) sowie des Udo‐​Lindenberg– Hermann‐​Hesse‐​Panikpreises.
„Wir freuen uns sehr, dass Sarah für uns singt“, erklärt Event‐​Manager Julian Beh­rendt. „Sie hat eine ganz beson­dere Art, die Welt in sich und um sich zu betrach­ten. Und bringt einen dazu, immer wie­der mit neuem Mut auf­zu­ste­hen“, ergänzt Ste­phan Alte­mark, der bei Viva con Agua und dem Muddi‐​Markt zur Kie­ler Woche aktiv ist.. „Wir machen einen Abend für ALLE Kie­ler. Mit Musi­kern, die nach­denk­lich, kämpferisch, verträumt die Welt beschrei­ben und neu bauen“, schwärmt Burk­hardt Richard vom Kie­ler Jugendring.

Lukas Meis­ter & Rai­ner Lebemann

Unver­krampft, ehr­lich, mit einem Blick für das Kuriose im Gewöhnlichen, ist ihr Sup­port Lukas Meis­ter. Dahin­ter steht die Erkennt­nis: Das Dasein ist eine Anein­an­der­rei­hung von ver­wir­ren­den Situa­tio­nen, die oft nur mit Humor zu ertra­gen sind. Die Songs, die aus die­ser Ein­stel­lung her­aus ent­ste­hen, sind keine Comedy. Viel­mehr ent­hal­ten sie eine poin­tierte Dar­stel­lung mensch­li­cher Abgründe, die mit einem Min­dest­maß an Iro­nie ver­setzt sind. Lukas Meis­ter ver­wan­delt flüchtige Moment­auf­nah­men aus der Reise namens Leben in Musik – poe­tisch, aber nie­mals pathe­tisch. Seit Sep­tem­ber 2013 ist das erste Album „Wan­der­jahre“ erhältlich, im Herbst 2015 kam der Nach­fol­ger “Gold · Zeit · Raketen”.

Den Abend eröffnet der Kie­ler Künstler Rai­ner Lebe­mann. Der schmale Grat zwi­schen dump­fem Froh­sinn und tie­fem Welt­schmerz einer längst ver­lo­ren­ge­gan­gen Zeit, drückt sich für Rai­ner Lebe­mann im am ech­tes­ten im Melting‐​Pot Rum­mel­platz aus. Schießstände, Fressbüdchen, kra­ken­ar­tige Schleu­der­ma­schi­nen – dem Hin und Her, dem Hin und Wie­der wer­den hier die Möglichkeiten gebo­ten und in sei­ner Limi­tiert­heit auch ent­zo­gen. Spaß auf Knopf­druck, um dann nur in nächsten Momen­ten wie­der auf den har­ten Boden der Tris­tesse zu knal­len und mit lachen­dem Gesicht Faust­hiebe ein­zu­ste­cken. Die Ziga­rette zur Zucker­watte, die rasante Fahrt mit der wil­den Maus zu dem Erbro­che­nen, des lecke­ren Schmalzgebäcks. Rai­ner Lebe­mann ver­or­tet seine Bühnenpräsenz genau dort, wo es weh tut. Das Lachende wird zum Wei­nen­den. Bei Rai­ner erwar­tet euch blas­ser Blues, Späße und fol­kige Faxen. Ein Witz, der kurz vor der Pointe ins Sto­cken gerät. Ein Lebensgefühl. Rai­ner.“ … und dann kommt das Leben, Mann!

Die Ver­an­stal­ter

Präsentiert wird die Ver­an­stal­tung von Kiel ohne Gren­zen, einem Team begeis­ter­ter Akti­ver auf und hin­ter der Bühne. Gemein­sam ste­hen sie für ein offe­nes Mit­ein­an­der – jen­seits von Gren­zen durch Her­kunft, Han­di­cap oder schlicht und ein­fach auf­grund von Aus­gren­zung vom Kul­tur– und Sozi­al­le­ben durch Armut.
In der Pro­jekt­reihe „Kiel spielt für Flüchtlinge“ hat die Crew drei Bene­fiz­kon­zerte mit zehn Bands und weit über 2.000 Zuschauer/​‐​innen ver­an­stal­tet. Zu Künstler/-innen aus Kiel und der Welt haben hun­derte Alt– und Neukieler/​‐​innen zusam­men gefei­ert: Gelebte Viel­falt, getanzte Tole­ranz. Trägerorganisation und Ver­an­stal­ter ist der „Kie­ler Jugend­ring e.V.“.
Die Erlöse kom­men zu glei­chen Tei­len dem Kie­ler Pro­jekt “Kul­tur Gren­zen­los” und dem Ver­ein “Hem­pels e.V.” zu Gute.
„Das alles wäre nicht möglich ohne unsere Unterstützer“, betont Julian Beh­rendt. „Ins­be­son­dere bedan­ken möchten wir uns bei der Pumpe e.V., die uns bereits das dritte Mal in Folge den gro­ßen Saal für unsere Ver­an­stal­tung bietet.

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