Freitag, 24. Juni 2011
Kieler Woche 2011Auch wenn für den durchschnittlichen Kieler das norddeutsche Land hinter der Elbe aufhört: Für diesen Abend wird Braunschweig großzügigerweise dazugerechnet, denn Axel Bosse, der einunddreißige Sänger und Gitarrist hinter „Bosse“, ist dort geboren und begeistert die Kieler am kalten, aber sonnigen Donnerstagabend.
Rockige Stücke und gefühlvolle Musik wechseln sich ab, die Texte werden schnell vom Kieler Publikum mitgesungen. Da heißt es „Liebe ist leise“ oder „Wartesaal“, aber er besingt auch die „Kraft“. Um die Fußkälte zu vertreiben, holt „Bosse“ eine Trommel hervor und schafft es erfolgreich, die vorderen Reihen zum tanzen und hüpfen zu bewegen. Nach ca. einer Stunde beendet ein gutgelaunter Sänger sein Programm und entläßt die Zuschauer beschwingt in die Umbaupause.
Die Hamburger Jungs von „Revolverheld“ beginnen dort, wo „Bosse“ aufgehört hat: Laute, schnelle Musik kündigt die Fünf an, und Lebensfreude wird ab der ersten Minute mit Song „Das Leben ist super“ vermittelt. Das Publikum wird sofort mitgerissen, sowohl vom Sound, als auch von den Ansprachen, die Sänger Johannes Strate direkt ans Publikum hält. Leider muss man an diesem Abend ein wenig dichter an der Bühne stehen, um die Musik in voller Pracht genießen zu können. Denn das ist eigentlich ein Vorteil der NDR‐Bühne – dank der großzügigen Leinwände das Konzert auch im hinteren Bereich des Geländes genießen zu können.
Die Hits aus mittelerweise drei Alben werden gespielt, und während die Sonne untergeht, stimmt die Band – sicherlich nicht ganz ernstgemeint – ihren Song „Scheiß auf Freunde bleiben“ an. Denn Revolverheld und das Kieler Woche‐Publikum, die sind mit Sicherheit an diesem Abend Freunde geworden. Eine Zugabe wird gefordert, und als die Ballade „Halt Dich an mir fest“ erklingt, sieht man nicht nur an vielen Orten aufflammende Feuerzeuge, sondern auch Pärchen, die dieser Aufforderung nur zu gern nachkommen.