// Konzertreview

Mittwoch, 19. Oktober 2011

EMIL BULLS-Konzert

Leinen los für harten Sound!

Kein bißchen leise: Frontman Christoph von Freydorf
Kein bißchen leise: Frontman Christoph von Freydorf

Ocea­nic“ lau­tet der Titel ihres neuen Albums. Und mit einer musi­ka­li­schen Aus­wahl, die einer wil­den Fahrt über stür­mi­sche Ozeane gleicht, tref­fen sie genau den Nerv der mari­ti­men Freunde des Alternative‐​Metals. Mehr als 300 von ihnen haben sich am Diens­tag, dem 18. Okto­ber in der Kie­ler Pumpe zusam­men­ge­fun­den, um bei den Emil Bulls an Bord zu gehen. Alle Mann an Deck und los geht´s auf die rauhe musi­ka­li­sche See!

Der letzte Auf­tritt der Band auf der Kie­ler Woche, liegt schon einige Jahre zurück. Den­noch schei­nen ihr Bekannt­heits­grad oder ihre musi­ka­li­sche Mischung genug Leute zu über­zeu­gen, den Diens­tag­abend im gut gefüll­ten Saal der Pumpe ver­brin­gen zu wol­len. In ihrer 16jährigen Band­ge­schichte haben sie in ihrer Anfangs­zeit von Hype des Nu Metals pro­fi­tiert, des­sen Nach­wir­kun­gen noch heute zu spü­ren sind.

Pünkt­lich um 19 Uhr war­ten die ers­ten Fans gedul­dig auf Ein­lass. Wie üblich, dür­fen Vor­bands an die­sem Abend nicht feh­len. Wäh­rend sich der Sän­ger der Emil Bulls recht unauf­fäl­lig am Mer­chan­di­sing­stand auf­hält, darf als ers­tes die Metal­band „More than Cros­sed“ aus Ber­lin die Plan­ken der Bühne schrub­ben. Lei­der ist der Sound nicht opti­mal ein­ge­stellt, so dass Rück­kopp­lungs­ge­räu­sche einen unan­ge­neh­men Schmerz im Trom­mel­fell hin­ter­las­sen. Nach einer kur­zen Umbau­phase gibt´s dann Rock ´n Roll‐​Sound von „Guns of Moropolis“.

Abtau­chen

Nach dem abwechs­lungs­rei­chen musi­ka­li­schen Ein­stand wird nun abge­taucht in den Ozean der Emil Bulls.
Als Opener gibt es den Song „The con­cu­bi­nes of debau­chery“ aus dem aktu­el­len Album. Die Son­ar­ton­ele­mente des Songs tref­fen auf ein wil­li­ges Publi­kum, das den hef­ti­gen Riffs mit wil­dem Sprin­gen und Mit­brül­len einen gebür­ti­gen Ein­stand erweist. Auch ihre fol­gen­den Num­mern stam­men aus dem am 30.9. die­sen Jah­res erschie­nen­den Album „Ocea­nic“. Ein Sound, der hef­tige, aber auch melo­di­sche Ele­mente ver­bin­det. Ein­flüsse der Band „Machine Head“ las­sen sich erah­nen. Wobei „The jaw of obli­vion“ auch schon fast als radiot­aug­lich durch­ge­hen könnte.

Häu­fig auf­ge­führte Kri­tik am feh­len­den eigen­stän­di­gen Sound der Emil Bulls spielt für die Anwe­sen­den am heu­ti­gen Abend zum Glück keine Rolle. Ihnen gefällt, was gebo­ten wird:
Der Zuschau­er­raum direkt vor der Bühne gleicht einer Spring­flut. Die hin­te­ren Rei­hen genies­sen eher das ruhige Gewäs­ser, was ver­mut­lich auch auf den Alters– und Pro­mil­le­durch­schnitt zurück­zu­füh­ren ist. Doch egal, an wel­cher Stelle man sich wäh­rend des Kon­zer­tes gerade befin­det, man hat nicht das Gefühl, unter­zu­ge­hen. Die Leute sind dort, um Spaß zu haben! Und so wun­dert es auch nicht, dass Crowd­sur­fing und Sta­ge­di­ving im Laufe der Nacht immer mehr Bewe­gung in den Raum brin­gen. Die Musik ist ein Selbst­läu­fer. Es stört auch nicht, dass der Sän­ger Chris­toph von Frey­dorf rela­tiv schweig­sam zwi­schen den Lie­dern bleibt. Dies könnte aber auch an sei­ner Erkäl­tung lie­gen, von der er dem Publi­kum erzählt.

Neben aktu­el­len Songs gibt es auch ältere Stü­cke, wie z.B. „Here comes the fire“ aus dem im Jahre 2009 erschie­nen­den „Phoenix“-Album. Schwere Riffs und Shouting vocals las­sen es hier rich­tig kra­chen! Jeder Song haut rein und erklärt, warum Emil Bulls auf Fes­ti­vals auch über Jahre hin­weg gerne gese­hen sind. Gegen Ende des Kon­zer­tes wird dann noch­mal das Album „Angel deli­very ser­vice“ aus dem Jahre 2001 aus der Schatz­kiste gekramt. Nach „Lea­ving you“ folgt „Smells like Rock ´n Roll“. Nach einem eher pein­lich wir­ken­den Auf­tritt zweier leicht beklei­de­ten tan­zen­den Damen beim letz­ten Song, ver­ab­schie­det sich die Band und ver­lässt vor­erst die Bühne.

Noch ein­mal mit Gefühl

Als Zugabe über­ra­schen sie mit der gefühl­vol­len Bal­lade „I don´t belong here“. Harte Män­ner haben eben auch einen wei­chen Kern! Dann geht es wie gewohnt noch­mal rich­tig zur Sache und die letz­ten Kraft­re­ser­ven wer­den dem Publi­kum abver­langt. Mit „New­born“ las­sen sie noch­mal Melo­die vor Schnel­lig­keit wal­ten, was zu die­sem Zeit dank­bar ange­nom­men wird. Zum Abschluss ertönt dann auch end­lich das von Publi­kum schon mehr­fach gewünschte „Worlds apart“ vom Album „The Black Path“. Noch ein­mal wird Voll­dampf gege­ben und um 23:10 Uhr geht die Band dann end­gül­tig von Bord.
Ein gutes Kon­zert geht zu Ende und lässt auf wei­tere musi­ka­li­sche Unter­neh­mun­gen in dem Bereich hoffen!

Über den Autor

Brigitte K. Bock Brigitte K. Bock

Die Tier­psy­cho­lo­gin und ange­hende Fach­jour­na­lis­tin liebt Kiel und Musik. Des­halb schreibt sie in ihrer Frei­zeit für den Fördeflüsterer.

Kommentare


Du bist nicht eingeloggt. Der Fördeflüsterer würde sich freuen, wenn Du Dich anmeldest oder Dich registrierst.

facebook

 

Hosting

 

Werbung