Mittwoch, 19. Oktober 2011
EMIL BULLS-KonzertDer letzte Auftritt der Band auf der Kieler Woche, liegt schon einige Jahre zurück. Dennoch scheinen ihr Bekanntheitsgrad oder ihre musikalische Mischung genug Leute zu überzeugen, den Dienstagabend im gut gefüllten Saal der Pumpe verbringen zu wollen. In ihrer 16jährigen Bandgeschichte haben sie in ihrer Anfangszeit von Hype des Nu Metals profitiert, dessen Nachwirkungen noch heute zu spüren sind.
Pünktlich um 19 Uhr warten die ersten Fans geduldig auf Einlass. Wie üblich, dürfen Vorbands an diesem Abend nicht fehlen. Während sich der Sänger der Emil Bulls recht unauffällig am Merchandisingstand aufhält, darf als erstes die Metalband „More than Crossed“ aus Berlin die Planken der Bühne schrubben. Leider ist der Sound nicht optimal eingestellt, so dass Rückkopplungsgeräusche einen unangenehmen Schmerz im Trommelfell hinterlassen. Nach einer kurzen Umbauphase gibt´s dann Rock ´n Roll‐Sound von „Guns of Moropolis“.Häufig aufgeführte Kritik am fehlenden eigenständigen Sound der Emil Bulls spielt für die Anwesenden am heutigen Abend zum Glück keine Rolle. Ihnen gefällt, was geboten wird:
Der Zuschauerraum direkt vor der Bühne gleicht einer Springflut. Die hinteren Reihen geniessen eher das ruhige Gewässer, was vermutlich auch auf den Alters– und Promilledurchschnitt zurückzuführen ist. Doch egal, an welcher Stelle man sich während des Konzertes gerade befindet, man hat nicht das Gefühl, unterzugehen. Die Leute sind dort, um Spaß zu haben! Und so wundert es auch nicht, dass Crowdsurfing und Stagediving im Laufe der Nacht immer mehr Bewegung in den Raum bringen. Die Musik ist ein Selbstläufer. Es stört auch nicht, dass der Sänger Christoph von Freydorf relativ schweigsam zwischen den Liedern bleibt. Dies könnte aber auch an seiner Erkältung liegen, von der er dem Publikum erzählt.
Neben aktuellen Songs gibt es auch ältere Stücke, wie z.B. „Here comes the fire“ aus dem im Jahre 2009 erschienenden „Phoenix“-Album. Schwere Riffs und Shouting vocals lassen es hier richtig krachen! Jeder Song haut rein und erklärt, warum Emil Bulls auf Festivals auch über Jahre hinweg gerne gesehen sind. Gegen Ende des Konzertes wird dann nochmal das Album „Angel delivery service“ aus dem Jahre 2001 aus der Schatzkiste gekramt. Nach „Leaving you“ folgt „Smells like Rock ´n Roll“. Nach einem eher peinlich wirkenden Auftritt zweier leicht bekleideten tanzenden Damen beim letzten Song, verabschiedet sich die Band und verlässt vorerst die Bühne.