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Sonntag, 02. Dezember 2018

Dirty Projectors

Lamp Lit Prose

Dirty Projectors – Lamp Lit Prose
Dirty Projectors – Lamp Lit Prose

Das ging dies­mal wie­der schnell, denn das letzte Album „Dirty Pro­jec­tors“ von der gleich­na­mi­gen Band stammt aus dem letz­ten Jahr, und jetzt kommt „Lamp Lit Prose“. Eigent­lich ist man ein schnel­les Arbeits­tempo gewohnt, denn vom Debüt „The Glad Fact“ im Jahre 2003 bis zum sieb­ten Werk „Swing Lo Magel­lan“ ver­gin­gen nur neun Jahre, und aller­hand Klein­for­mate kom­men auch noch hinzu.

Der Grund, warum es ein­mal solange gedau­ert hat, war, dass der Mas­ter­mind David Long­s­treth sich neu aus­ge­rich­tet hat. Zum einen hat sich das Band­ge­füge geän­dert, und zum ande­ren musste er Lie­bes­kum­mer über­win­den. Das hat sich bei „Dirty Pro­jec­tors“ auch bemerk­bar gemacht. Die Songs waren nicht mehr düs­ter, son­dern rich­tig hell beleuch­tet, und auch die Rock‐​Instrumente wur­den ein­ge­mot­tet, dafür hat er Solange Know­les ins Stu­dio eingeladen.

Auf „Lamp Lit Rose“ wird die­ses wei­ter­ge­führt, man kann auch sagen per­fek­tio­niert, auch wenn dies­mal keine so bekannte R´n‚B-Sängerin mit dabei ist. Die Arran­ge­ments beste­hen gerne aus Soundsam­ples, die in der Luft umher schwir­ren wie die Blu­men auf dem Cover‐​Motiv. Das sorgt dafür, dass man gefes­selt ist von der Musik. Dabei kommt auch die neue Stärke von David Long­s­treth zum Tra­gen, er schafft es, aus die­sen Schnip­seln Songs zu schrei­ben, die nicht wie ein Expe­ri­ment klin­gen son­dern nach dem, was sie sind, näm­lich Songs.

Dabei wer­den die Klänge im gro­ben Kon­text von kräf­ti­gen Gitar­ren­läu­fen zusam­men­ge­hal­ten, wie etwa „Found It In U“, wo dann auch noch unge­wöhn­li­che Per­cus­sions zu hören sind. Es hat sich also wie­der Rock‐​Musik unauf­fäl­lig in die­ses Album geschmug­gelt. „(I Wanna) Feel It All“ klingt nach einem ver­wun­sche­nen Disney‐​Soundtrack mit all sei­nen Strei­chern, Blä­sern und rück­wärts lau­fen­den Klängen.

Gerne wird jetzt auch aku­ti­sche Gitarre ver­wen­det, die dafür sorgt, dass die Songs immer etwas Feder­leich­tes haben, wie der Opener „Right Now“, der zudem kräf­tige Blä­ser hat, und so wird die­ser Song zu einem son­der­ba­ren Hit. „Lamp Lit Prose“ ist die kon­se­quente Wei­ter­füh­rung des Weges, den die Dirty Pro­jec­tors schon letz­tes Jahr ein­ge­schla­gen haben, und das steht ihnen genauso gut wie die gan­zen Alben zuvor.

Erschie­nen bei: Domino Records
dir​ty​pro​jec​tors​.net

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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