// Konzertreview

Dienstag, 20. September 2011

Bayrische Band sorgt für gute Laune im Norden

La Brass Banda geben Vollgas auf der Bühne

Sänger und Trompeter Stefan Dettl und Manuel Winbeck (Posaune) live im Max
Sänger und Trompeter Stefan Dettl und Manuel Winbeck (Posaune) live im Max

Die Band mit ihrem ener­gie­ge­la­de­nen Sound­mix aus u.a. Reggae‐​, Techno‐​, Punk– und Hip‐​Hop‐​Elementen in Kom­bi­na­tion mit Blas­in­stru­men­ten stand am Frei­tag, den 16.09.2011 im Max auf der Bühne. Tuba, Trom­pete, bay­ri­sche Texte und Musi­ker in Leder­ho­sen; das klingt nicht unbe­dingt nach einer nor­di­schen Fan­ge­meinde. Doch La Brass Banda bewei­sen, dass sich die Tuba bes­tens als Bas­s­e­le­ment eig­net und der rich­tige Rhyth­mus Jung und Alt zum Tan­zen ani­mie­ren kann.

Bereits vor dem offi­zi­el­len Kon­zert­be­ginn um 20 Uhr steht die Band „Herr Paschulke“ auf der Bühne. Mit ihren Ska­sound , unter­legt mit inter­na­tio­nal gemix­ten Tex­ten, schaf­fen sie es, die ers­ten Zuschauer in Bewe­gung zu brin­gen. Der gewohnte Abstand zur Bühne bei publi­kums­un­be­kann­ten Bands wird von eini­gen Zuschau­ern bereits als Tanz­flä­che genutzt und ver­brei­tet eine fröh­li­che Stim­mung.
Nach­dem die Vor­band sich ver­ab­schie­det hat, wer­den Klei­dungs­stü­cke und teil­weise Schuhe abge­legt, wohl­wis­send um das, was als nächs­tes auf der Bühne erwar­tet wird. Wer La Brass Banda bereits kennt, weiß, das neben ihrer Leder­ho­sen– T‐​Shirt‐​Kombination auch der Kult des Bar­fuss­lau­fens auf der Bühne zele­briert wird. Ein gemisch­tes Publi­kum im Alter von schät­zungs­weise 6 bis 60 Jah­ren ver­sam­melt sich und begibt sich erwar­tungs­voll bis direkt vor die Bühne.

Es dau­ert nicht lange bis unter Blitz­licht­ge­wit­ter und rhyt­mi­schen Beats die „Stars des bay­ri­schen Mul­ti­sounds“ unter tosen­dem Applaus die Bühne stür­men. Sän­ger und Trom­pe­ter Ste­fan Dettl sprin­tet ans Mikro und schon geht´s los mit dem ener­gie­ge­la­de­nen Trip und der Raum wird zum Fest­zelt.
Nach dem tem­po­rei­chen Intro wird das Mikro zum bun­des­wei­ten Sprach­rohr. Der sym­pa­thi­sche Bayer, der zu sei­nem Dia­lekt steht, erin­nert an das letzte Kon­zert der Band in der Kie­ler Pumpe und ver­spricht noch mehr Stim­mung zu machen, wie beim letz­ten Mal. Wobei es in die­sem Fall wohl kei­ner über­zeu­gen­den Worte gebraucht hätte. Mit einem kraft­vol­len Tech­no­song wird erneut eine unge­bremste Bewe­gungs­welle aus­ge­löst. Die Ener­gie der La Brass Ban­das auf der Bühne ist eine Sym­biose mit dem Publi­kum und ver­spricht eine gute Zusam­men­ar­beit. Und jede Menge Spaß auf bei­den Seiten.

Als nächs­tes folgt ein Reg­ga­e­song, der eine kari­bi­sche Stim­mung im Saal ver­brei­tet. Das abwechs­lungs­rei­che Reper­toire der Band lässt keine Wün­sche offen. Und so wird bei der dar­auf­fol­gende Bal­lade zur Abwechs­lung mit­ge­schun­kelt. Ein fröh­li­cher Chor vor der Bühne singt text­si­cher mit. Jeder ihrer Songs bringt eine will­kom­mene Abwechs­lung und nach den Instruk­tio­nen Dettls wird das Lied „Ring­le­bleame“ nun auch vom gesam­ten Publi­kum gemein­sam mit­ge­sun­gen. „Das soviele mit­sin­gen , ist uns neu!“ erklärt das Sprach­rohr der La Brass Ban­das posi­tiv über­rascht.
Ihr komö­di­an­ti­sches Talent bewei­sen Trom­pe­ter Ste­fan und der Mann an der Tuba Andreas Hof­meir bei dem Lied „Chan­cen­los“. Bei dem Blasmusik‐​Duett inter­pre­tie­ren sie mimisch ein Mann‐​Frau– Rol­len­spiel, wel­ches den gan­zen Saal zum Lachen bringt.
Beim Marsch durch die Zuschau­er­rei­hen beweist die gesamte Band, dass sie keine Berüh­rungs­ängste hat. Wie­der auf der Bühne ange­kom­men, erfolgt der Song „Mari­en­kä­fer“, wel­cher wie­der­mal zum Mit­tan­zen anregt. Zum Ende des Lie­des ermahnt Dettl mit per­fekt bay­ri­schem Dia­lekt: „Hört auf zu klat­schen. Wir haben net mehr viel Zeit. Und wir wol­len alles spie­len, was geht!“
Trotz eines kur­zen obli­ga­to­ri­schen Kon­zer­ten­des las­sen es sich die Jungs natür­lich nicht neh­men, die letz­ten 13 Minu­ten noch­mal rich­tig aus­zu­nut­zen. Sie stür­men erneut die Bühne mit einem rasan­ten Musik­mix, der noch­mal alles von ihnen abver­langt und das Publi­kum aber­mals mit­reisst.
Ihr letz­ter Titel heißt „Nata­lie“. Hier dür­fen die Zuschauer noch ein letz­tes Mal ihre San­geskünste beweisen.

Um 22:05 Uhr folgt dann der Zap­fen­streich auf der Bühne. Mit Dank ans Publi­kum und dem Ange­bot sich spä­ter noch­mal per­sön­lich zu tref­fen, ver­ab­schie­det sich La Brass Banda unter tosen­dem Applaus.
Dettl reicht einem klei­nen Jun­gen in der ers­ten Reihe seine Trom­pete, der diese strah­lend ent­ge­gen nimmt. Die­ses Kon­zert wird der Bub wohl nicht so schnell ver­ges­sen. Genauso wenig wie alle ande­ren, die an die­sem Abend mit dabei waren..
Bleibt nur zu hof­fen, dass diese Bay­ern bald wie­der den küh­len Nor­den mit ihrer Anwe­sen­heit beglü­cken und das musi­ka­li­sche Feu­er­werk wie­der von neuem star­ten lassen!

Über den Autor

Brigitte K. Bock Brigitte K. Bock

Die Tier­psy­cho­lo­gin und ange­hende Fach­jour­na­lis­tin liebt Kiel und Musik. Des­halb schreibt sie in ihrer Frei­zeit für den Fördeflüsterer.

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