Dienstag, 20. September 2011
Bayrische Band sorgt für gute Laune im NordenBereits vor dem offiziellen Konzertbeginn um 20 Uhr steht die Band „Herr Paschulke“ auf der Bühne. Mit ihren Skasound , unterlegt mit international gemixten Texten, schaffen sie es, die ersten Zuschauer in Bewegung zu bringen. Der gewohnte Abstand zur Bühne bei publikumsunbekannten Bands wird von einigen Zuschauern bereits als Tanzfläche genutzt und verbreitet eine fröhliche Stimmung.
Nachdem die Vorband sich verabschiedet hat, werden Kleidungsstücke und teilweise Schuhe abgelegt, wohlwissend um das, was als nächstes auf der Bühne erwartet wird. Wer La Brass Banda bereits kennt, weiß, das neben ihrer Lederhosen– T‐Shirt‐Kombination auch der Kult des Barfusslaufens auf der Bühne zelebriert wird. Ein gemischtes Publikum im Alter von schätzungsweise 6 bis 60 Jahren versammelt sich und begibt sich erwartungsvoll bis direkt vor die Bühne.
Es dauert nicht lange bis unter Blitzlichtgewitter und rhytmischen Beats die „Stars des bayrischen Multisounds“ unter tosendem Applaus die Bühne stürmen. Sänger und Trompeter Stefan Dettl sprintet ans Mikro und schon geht´s los mit dem energiegeladenen Trip und der Raum wird zum Festzelt.
Nach dem temporeichen Intro wird das Mikro zum bundesweiten Sprachrohr. Der sympathische Bayer, der zu seinem Dialekt steht, erinnert an das letzte Konzert der Band in der Kieler Pumpe und verspricht noch mehr Stimmung zu machen, wie beim letzten Mal. Wobei es in diesem Fall wohl keiner überzeugenden Worte gebraucht hätte. Mit einem kraftvollen Technosong wird erneut eine ungebremste Bewegungswelle ausgelöst. Die Energie der La Brass Bandas auf der Bühne ist eine Symbiose mit dem Publikum und verspricht eine gute Zusammenarbeit. Und jede Menge Spaß auf beiden Seiten.
Als nächstes folgt ein Reggaesong, der eine karibische Stimmung im Saal verbreitet. Das abwechslungsreiche Repertoire der Band lässt keine Wünsche offen. Und so wird bei der darauffolgende Ballade zur Abwechslung mitgeschunkelt. Ein fröhlicher Chor vor der Bühne singt textsicher mit. Jeder ihrer Songs bringt eine willkommene Abwechslung und nach den Instruktionen Dettls wird das Lied „Ringlebleame“ nun auch vom gesamten Publikum gemeinsam mitgesungen. „Das soviele mitsingen , ist uns neu!“ erklärt das Sprachrohr der La Brass Bandas positiv überrascht.
Ihr komödiantisches Talent beweisen Trompeter Stefan und der Mann an der Tuba Andreas Hofmeir bei dem Lied „Chancenlos“. Bei dem Blasmusik‐Duett interpretieren sie mimisch ein Mann‐Frau– Rollenspiel, welches den ganzen Saal zum Lachen bringt.
Beim Marsch durch die Zuschauerreihen beweist die gesamte Band, dass sie keine Berührungsängste hat. Wieder auf der Bühne angekommen, erfolgt der Song „Marienkäfer“, welcher wiedermal zum Mittanzen anregt. Zum Ende des Liedes ermahnt Dettl mit perfekt bayrischem Dialekt: „Hört auf zu klatschen. Wir haben net mehr viel Zeit. Und wir wollen alles spielen, was geht!“
Trotz eines kurzen obligatorischen Konzertendes lassen es sich die Jungs natürlich nicht nehmen, die letzten 13 Minuten nochmal richtig auszunutzen. Sie stürmen erneut die Bühne mit einem rasanten Musikmix, der nochmal alles von ihnen abverlangt und das Publikum abermals mitreisst.
Ihr letzter Titel heißt „Natalie“. Hier dürfen die Zuschauer noch ein letztes Mal ihre Sangeskünste beweisen.
Um 22:05 Uhr folgt dann der Zapfenstreich auf der Bühne. Mit Dank ans Publikum und dem Angebot sich später nochmal persönlich zu treffen, verabschiedet sich La Brass Banda unter tosendem Applaus.
Dettl reicht einem kleinen Jungen in der ersten Reihe seine Trompete, der diese strahlend entgegen nimmt. Dieses Konzert wird der Bub wohl nicht so schnell vergessen. Genauso wenig wie alle anderen, die an diesem Abend mit dabei waren..
Bleibt nur zu hoffen, dass diese Bayern bald wieder den kühlen Norden mit ihrer Anwesenheit beglücken und das musikalische Feuerwerk wieder von neuem starten lassen!