// Musik

Donnerstag, 09. März 2017

Alcest

Kodama

Alcest – Kodama
Alcest – Kodama

Es kommt sel­ten vor, dass man von einer Band behaup­ten kann, dass sie eigen­stän­dige Musik macht. Eigen­stän­dig­keit setzt ja auch vor­aus, dass man etwas macht, das es sonst kaum woan­ders zu hören gibt. Bei der fran­zö­si­schen Band Alcest passt diese Umschrei­bung wie die bekannte Faust aufs Auge.

Dabei sind sie auch kon­se­quent, denn seit der Grün­dung zum Mill­en­ni­ums­wech­sel haben sie immer an ihrem eige­nen Sound gefeilt. Dabei blei­ben sie aber den­noch gerad­li­nig, denn seit dem Debüt sind sie dem klei­nen Label „Pro­phecy Pro­duc­tions“ treu. Musi­ka­lisch kann man bei dem neus­ten Album „Kodama“ eine spür­bare Ände­rung hören.

Die Band hat ihre Vor­liebe für Sho­ega­zing dies­mal stark im Zaum gehal­ten. Dafür quel­len mehr Hardrock‐​Momente auf. Das Schlag­zeug ist dies­mal noch wich­ti­ger, die Gitar­ren wesent­lich lau­ter und wuch­tig. Den­noch, wenn bei einem Song wie „Eclo­sion“ bei den macht­vol­len Lärm­wän­den ein fast schon sanf­ter Gesang auf­taucht, dann sind sie doch da, die „auf-die-Schuhe-schauen“-Momente.

Doch zu sen­ti­men­tal wol­len wir bei die­sem Song auch nicht wer­den, denn im nächs­ten Moment wird hier ins Mikro geschrien, als wolle man den nächs­ten Metal‐​Screamo‐​Wettbewerb gewin­nen. Es sind also auch Hardcore‐​Spuren in die­sem Hybrid zu hören, und auch Post‐​Rock‐​Adern pochen hier mit­samt ordent­li­chen Klang­mau­ern. Alcest beherr­schen ihre Eigen­stän­dig­keit, und den­noch ist ihre Musik nicht fremd­ar­tig. Gut, der Gesang kann manch­mal ein wenig irri­tie­ren, aber er sorgt auch dafür, dass die Songs mar­kant sind. Sie ste­chen her­aus, und das nicht nur wegen der meist lan­gen Spieldauer.

Die Songs sind immer im Wan­del und sie füh­ren von gefass­tem Fahr­was­ser bis hin zu leich­ten psy­chi­schen und pro­gres­si­ven Aus­flü­gen. Eigen­stän­dig­keit trotz Mini­mie­rung des Shoegazing‐​Anteils gewahrt.

Erschie­nen bei: Pro­phecy Pro­duc­tions /​Soul­food
www​.alcest​-music​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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