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Freitag, 17. März 2017

Preisträger stehen fest

Kieler Wissenschaftspreis trifft auf Kieler Innovationspreis

Foto: Archiv
Foto: Archiv

Preis­trä­ger für den Kie­ler Wis­sen­schafts­preis 2017 und den ers­ten Kie­ler Inno­va­ti­ons­preis ste­hen fest: Den Kie­ler Wis­sen­schafts­preis 2017 erhält die Mikro­bio­lo­gin Pro­fes­so­rin Dr. Ruth Schmitz‐​Streit von der Christian‐​Albrechts‐​Universität zu Kiel (CAU). Mit dem Wis­sen­schafts­preis ehrt die Lan­des­haupt­stadt her­vor­ra­gende wis­sen­schaft­li­che Leis­tun­gen. Zum ers­ten Mal ver­gibt die Lan­des­haupt­stadt Kiel einen Inno­va­ti­ons­preis, mit dem sie her­aus­ra­gende Erfin­dun­gen, inno­va­tive Ideen, tech­no­lo­gi­sche Ent­wick­lun­gen und wis­sen­schaft­lich basierte Startup‐​Geschäftsmodelle aus­zeich­net. Der Inno­va­ti­ons­preis 2017 wird auf­ge­teilt und geht zu glei­chen Tei­len an den Phy­si­ker Pro­fes­sor Dr. Ronald Eisele von der Fach­hoch­schule Kiel und das Sci­ence Com­mu­ni­ca­tion Lab.

Über die Preis­trä­ger ent­schied die Kie­ler Rats­ver­samm­lung in ihrer Sit­zung am 16. März ein­stim­mig. Beide Preise sind mit 10.000 Euro dotiert. Die Ver­lei­hung des Wis­sen­schafts­prei­ses und des Inno­va­ti­ons­prei­ses erfolgt in einer Fei­er­stunde am zwei­ten Kieler‐​Woche‐​Sonntag, 25. Juni, im Rathaus.

Pro­fes­so­rin Schmitz‐​Streit lehrt seit 2004 am Insti­tut für All­ge­meine Mikro­bio­lo­gie der CAU. Nach ihrem Stu­dium und ihrer Pro­mo­tion in Mar­burg forschte sie an der Uni­ver­sity of Cali­for­nia in Ber­ke­ley, USA. Schmitz‐​Streit hat sich mit ihrer Arbeit spe­zia­li­siert auf die Regu­lie­rung des Stickstoff‐​Stoffwechsels in Bak­te­rien und Archaeen – ein­zel­li­gen Lebe­we­sen, die auch als Urbak­te­rien bezeich­net wer­den. Anhand ihrer For­schung wur­den sowohl die Bedeu­tung als auch die mole­ku­la­ren Mecha­nis­men im Erb­gut von Archaeen erst­ma­lig auf­ge­deckt. Außer­dem unter­sucht Schmitz‐​Streit den mari­nen Stick­stoff­zy­klus und die Wech­sel­wir­kung von Archaeen mit dem ange­bo­re­nen Immun­sys­tem im mensch­li­chen Ver­dau­ungs­trakt. Ihre Arbeit ist von enor­mer Bedeu­tung für die medi­zi­ni­sche und bio­tech­ni­sche Forschung.

Pro­fes­sor Dr. Ronald Eisele stu­dierte Phy­sik in Ham­burg und Kiel und pro­mo­vierte anschlie­ßend an der CAU zu Kiel. Seit 2006 arbei­tet er im Fach­be­reich Infor­ma­tik und Elek­tro­tech­nik an der Fach­hoch­schule Kiel. Dort grün­dete er das Labor für Auf­bau– und Ver­bin­dungs­tech­nik. Mit der Ent­wick­lung einer neuen Tech­nik in der Halb­lei­ter­phy­sik hält er gemein­sam mit sei­nen Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern und in Zusam­men­ar­beit mit Indus­trie­part­nern den Welt­re­kord im Last­wech­sel. Mit die­sem Eisele‐​Verfahren stei­gerte er die Lebens­dauer von Halb­lei­tern um mehr als das Zwan­zig­fa­che. Die Inno­va­tion wird in der Indus­trie bereits bei Wind­kraft­an­la­gen und Elek­tro­fahr­zeu­gen erprobt. Für sein neu ent­wi­ckel­tes Ver­fah­ren erhält Pro­fes­sor Ronald Eisele den geteil­ten Inno­va­ti­ons­preis 2017.

Eben­falls mit dem Inno­va­ti­ons­preis 2017 aus­ge­zeich­net wird das Sci­ence Com­mu­ni­ca­tion Lab (Sci­Com­Lab). Tom Duscher, Pro­fes­sor für Inter­ak­tive Medien an der Muthe­sius Kunst­hoch­schule, hat das Unter­neh­men gemein­sam mit sei­nem Stu­di­en­ab­sol­ven­ten Kon­rad Rap­pa­port und dem Mas­ter­stu­den­ten Her­mann Har­tung gegrün­det. Kom­plexe The­men aus der Wis­sen­schaft und Indus­trie wer­den mit­tels moder­ner Tech­nik und anspre­chen­dem Design auf inter­ak­ti­ven Pos­tern ver­ein­facht visu­ell dar­ge­stellt und ver­mit­telt. Die Betrach­ter ent­schei­den anhand der Bedie­nung eines Touch‐​Screens selbst über die Infor­ma­ti­ons­tiefe der The­men. Für diese Ent­wick­lung erhiel­ten die Jung­un­ter­neh­mer bereits zwei inter­na­tio­nale Design‐​Preise.

Stadt­prä­si­dent Hans‐​Werner Tovar infor­mierte die Preis­trä­ger bereits über die Ent­schei­dung der Rats­ver­samm­lung und gra­tu­lierte ihnen im Namen der Lan­des­haupt­stadt Kiel.

Pro­fes­so­rin Dr. Ruth Schmitz‐​Streit tritt die Nach­folge von Pro­fes­sor Dr. Rai­ner Her­ges an. Der Che­mi­ker wurde 2015 mit dem Wis­sen­schafts­preis aus­ge­zeich­net. Die Lan­des­haupt­stadt Kiel ver­leiht den Wis­sen­schafts­preis und jetzt auch den Inno­va­ti­ons­preis im jähr­li­chen Wech­sel mit dem Kul­tur­preis. Die Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten für beide Ehrun­gen wer­den jeweils vom Kul­tur– und Wis­sen­schafts­se­nat vorgeschlagen.

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